Eilmeldung: Japanische Forscher zeigen, WIE die Stuhltransplantation für Reizdarm effektiv wird bzw. was einen guten Spender ausmacht!

Stuhltransplantationen (fecal microbiota transplants - FMT) sind eine effektive und schnelle Methode zur Sanierung eines gestörten Mikrobioms. Japanischer Forscher brachten nun 60% ihrer Reizdarmopatienten in Remission! Bild: Sigrid Rossmann pixelio.de
Stuhltransplantationen (fecal microbiota transplants - FMT) sind eine effektive und schnelle Methode zur Sanierung eines gestörten Mikrobioms. Japanischer Forscher brachten nun 60% ihrer Reizdarmopatienten in Remission! Bild: Sigrid Rossmann pixelio.de

Nun ist es endlich so weit: Nach ersten vielversprechenden Fallberichten wurde eine Studie zur Stuhltransplantation bei Reizdarmpatienten im Fachblatt Digestion veröffentlicht. Die japanischen Wissenschaftler verpflanzten zehn Reizdarmpatienten den Stuhl gesunder Spender mittels einer vorgenommenen Darmspiegelung. Sechs von zehn Patienten wurden nach vier Wochen als "in Remission" eingestuft! Klinischer Endpunkt der Untersuchung war eine Verbesserung auf der Bristol-Stuhlformen-Skala hin zu den Typen III oder IV, sprich es durften keine Durchfälle oder Verstopfungen mehr vorhanden sein. Die Biodiversität (Artenvielfalt) der Darmflora hatte sich nach der Stuhltransplantation stark gesteigert. Dies traf besonders für die Patienten mit klinischem Erfolg zu. Den gleichen kurativen Mechanismus haben neuere Studien für die Spezielle Kohlenhydratdiät nachgewiesen.

Das interessanteste Ergebnis der japanischen Studie ist aber ein anderes: Die Forscher konnten nämlich zeigen, was einen guten Spender ausmacht. Die Wahrscheinlichkeit einen positiven klinischen Effekt zu erzielen, stieg mit der Menge der Bifidobakterien im Spenderstuhl. Damit ist endlich der Grundstein für eine Spenderauswahl bei der Stuhltransplantation gelegt. Bleibt zu hoffen, dass sich nun weitere Forschergruppen und Kliniken diesem hochspannenden Thema für uns Reizdarmpatienten widmen!

 

(Mizuno & Kollegen, 2017)

 

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Die Spezielle Kohlenhydratdiät (SCD) - ein Turbo zur Darmsanierung? Inzwischen wissenschaftlich bestätigt.

Die Spezielle Kohlenhydratdiät (SCD) gehört schon seit vielen Jahren zu den bevorzugten alternativen Behandlungsmethoden für Betroffene von Morbus Crohn, Kolitis ulcerosa und Reizdarm. Aber inzwischen bestätigen auch zahlreiche Studien deren Effizienz.
Die Spezielle Kohlenhydratdiät (SCD) gehört schon seit vielen Jahren zu den bevorzugten alternativen Behandlungsmethoden für Betroffene von Morbus Crohn, Kolitis ulcerosa und Reizdarm. Aber inzwischen bestätigen auch zahlreiche Studien deren Effizienz.

Die Spezielle Kohlenhydratdiät (engl. Specific Carbohydrate Diet, meist kurz SCD) provoziert seit nunmehr fast 130 Jahren Hoffnungen ihrer Anwender und wahre Hasstiraden ihrer Gegner. Schaut man sich Selbsthilfeforen und Blogbeiträge an, so kann man auch tatsächlich skeptisch werden. Einige der "Erfolgsgeschichten" klingen nämlich nahezu unglaublich und grenzen an ein mittelgroßes Wunder. Vor allem die Fortschritte vieler Kinder mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen aber auch Autismus sind tatsächlich nahezu herzzereißend. Und natürlich generieren solche "Wundergeschichten" und die Absolutheit, mit welcher die Anwender ihre Therapie oft verteidigen, eine starke Gegenreaktion:

  1. Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise für das Funktionieren dieser Kost. (Plazebovorwurf)
  2. Es mag ja sein, dass Dir persönlich diese SCD geholfen hat, dem Großteil der Betroffenen hilft sie aber nicht! (Selektivitätsvorwurf)
  3. Eine solche Einschränkung der Ernährung schafft auf lange Sicht mehr Probleme als Nutzen. (Schadensvorwurf)

Genau aus diesem Grund, nämlich um solcherlei Behauptungen (Hypothesen) zu bestätigen oder zu entkräften, brauchen wir die moderne Wissenschaft. Diese hat im Jahr 2017 schon wieder einiges an Erkenntnisgewinn zur Speziellen Kohlenhydratdiät beigetragen.

 

Erfahren Sie in den nächsten Abschnitten, wie viele Menschen von der SCD profitieren, wie Kinder mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen mit Hilfe der Speziellen Kohlenhydratdiät aus dem aktiven Krankheitskreislauf gelangen und wie die Diät innerhalb kurzer Zeit eine dysbiotische (ungünstig verschobene) Darmflora hin zum Positiven verändert.

 

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Warum die Candia-Diät nicht funktioniert!

Viele Betroffene mit Verdauungsbeschwerden wie Durchfall, Blähungen, oder Bauchmerzen, erhalten die Diagnose "Fehlbesiedlung mit Candida albicans". Die dann häufig empfohlene kohlenhydratarme Diät kann das Problem aber erst richtig verstärken! Bild1
Viele Betroffene mit Verdauungsbeschwerden wie Durchfall, Blähungen, oder Bauchmerzen, erhalten die Diagnose "Fehlbesiedlung mit Candida albicans". Die dann häufig empfohlene kohlenhydratarme Diät kann das Problem aber erst richtig verstärken! Bild1

Candida albicans gehört zu den inzwischen gut bekannten Verdächtigen, wenn es im Darm zwackt und die Verdauung nicht mehr ordentlich funktioniert. Bis vor wenigen Jahren noch eher im alternativmedizinischen Bereich verbreitet, mehren sich heute die Forschungsartikel zum Thema "small intestinal fungal overgrowth syndrome" (SIFO), dem mykotischen Schwesterlein der Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO). Einige zentrale Merkmale dieser Pilzinfektion haben wir in einem vorangegangenen Blogartikel beschrieben.

Doch heute möchten wir uns gern einem praktischen Aspekt bei der Therapie der Erkrankung widmen. Es hält sich nämlich wacker der Mythos, Candida albicans und weitere Stämme können sich nur von Kohlenhydraten ernähren. So schreiben mir immer wieder Betroffene, dass sie von ihrem Heilpraktiker oder Naturarzt eine kohlenhydratarme oder gar -freie Kost verordnet bekommen hätten. Wenn es nun tatsächlich stimmt, dass die Hefepilze sich ausschließlich von Kohlenhydraten bzw. bereits verarbeiteten Zuckern ernähren, wäre das natürlich ein logischer Schluss: Wir hungern die Bösewichter einfach aus!

 

Aber ist dem denn wirklich so? Vielleicht gibt es ja einen einfachen Grund dafür, warum es vielen Candida-Opfern mit dieser Kost noch um einiges schlechter geht ...

 

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"Mit dieser Ernährungsumstellung geht es mir schlechter als je zuvor!" Gibt es so etwas wie ein Glutenentzugssyndrom?

Obwohl die Thematik nicht annähernd wissenschaftlich untersucht ist, berichten zahllose Menschen nach einer Umstellung auf glutenfreie Kost Symptome, welche an einen Opiatentzug erinnern. Doch was steckt dahinter? Bild: angieconscious via pixelio.de
Obwohl die Thematik nicht annähernd wissenschaftlich untersucht ist, berichten zahllose Menschen nach einer Umstellung auf glutenfreie Kost Symptome, welche an einen Opiatentzug erinnern. Doch was steckt dahinter? Bild: angieconscious via pixelio.de

"Thomas, ich halte das einfach nicht mehr aus! Vielleicht muss ich einfach akzeptieren, dass mein Körper das Gluten eben braucht."

 

Sie können sich gar nicht vorstellen, wie oft ich den oben stehenden Satz in seinen vielen Varianten schon zu hören bekommen habe. In all seinen sprachlichen und emotionalen Ausprägungen. Wütend, verzweifelt, kraftlos, resigniert, aggressiv.

Viele Betroffene berichten nach der Umstellung auf eine glutenfreie Kost Erstverschlimmerungen oder ganz spezifische neue Symptome, welche sie so nicht erwartet hatten. Schließlich lässt man ja nur einfach ein Lebensmittel weg, und dazu noch ein schädliches, richtig? Aber diese Erfahrungsberichte zeigen uns eben, dass Gluten nicht nur irgendein Protein ist.

 

Da sich sowohl Getreide (wegen des FODMAP-Gehalts und der Amylasetrypsininhibitoren) als auch isoliertes Gluten als problematisch beim Reizdarmsyndrom herausgestellt haben (bspw. Wu & Kollegen, 2017; Zanwar & Kollegen, 2016; Barmeyer & Kollegen, 2017 uvm), unternehmen auch viele meiner Leser einen Versuch mit der glutenfreien Diät. Das finde ich natürlich super, allerdings bereitet sie meistens niemand darauf vor, dass es noch einmal ordentlich schlimmer werden kann, bevor es endlich aufwärts geht.

 

Erfahren Sie hier, was Sie vielleicht in den ersten Tagen und Wochen erwarten kann und warum Sie trotzdem durchhalten sollten.

 

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Buchempfehlung: Das FODMAP-Konzept - leichte Küche bei Reizdarm von Carine Buhmann & Caroline Kiss

Die Reduktion fermentierbarer Kohlenhydrate (sog. FODMAPs) ist wissenschaftlichen Studien zufolge eine der effektivsten Methoden, um die lästigen Beschwerden des Reizdarms zu befrieden. Dieses Buch zeigt, dass dies auch Spaß machen kann!
Die Reduktion fermentierbarer Kohlenhydrate (sog. FODMAPs) ist wissenschaftlichen Studien zufolge eine der effektivsten Methoden, um die lästigen Beschwerden des Reizdarms zu befrieden. Dieses Buch zeigt, dass dies auch Spaß machen kann!

Ich erinnere mich noch sehr gut an die Situation vor sechs oder sieben Jahren, als ich das erste Mal von der Hypothese der FODMAPs hörte. Damals öffneten mir die Ideen der an der Forschung beteiligten Wissenschaftler die Augen, warum viele Anwender der Speziellen Kohlenhydratdiät (SCD) große Erfolge erzielten, während andere kläglich scheiterten. Bereits die SCD wollte durch den Ausschluss bestimmter schwer verdaulicher Kohlenhydrate aus der täglichen Ernährung Fermentation (Gasbildung) und Dysbiose (verändertes mikrobielles Darmmilieu) mindern und Darmerkrankungen erträglicher machen. Doch schnell griffen sich SCD-Praktiker gegenseitig unter die Arme und empfahlen den eher zurückhaltenden Einsatz von bspw. Honig und Früchten, Linsen, blähenden Gemüsesorten und Mandeln. Einige dieser Lebensmittel wurden innerhalb der SCD-Gemeinde sogar in extremen Mengen genutzt (etwa Honig und Mandeln zum Backen) und durch die FODMAP-Theorie erhielt nun alles seinen Sinn.

Zu dieser Zeit gab es noch kein deutschsprachiges Buch auf dem Markt und ich musste mich erst mit der Forschungsliteratur auseinandersetzen und gestaltete quasi meinen eigenen low-FODMAP-Ernährungsplan, indem ich die SCD einfach mit der FODMAP-Reduktion verband, was mir und vielen meiner Klienten und Mitstreiter gute Erfolge bescherte. Später kamen noch die (englischsprachigen) Bücher von Patsy Catsos und natürlich Sue Shepherd hinzu, doch irgendwie fehlte mir immer ein Leitfaden, welchen ich interessierten Neulingen empfehlen konnte. Er sollte praxisnah sein und leckere Rezepte bieten, welche auch noch einfach sein sollten. Und vor allem sollte er auch noch an den deutschen Markt angepasst sein, denn natürlich essen US-Amerikaner deutlich anders als wir.

Inzwischen gibt es zum Glück einige Bücher zum Thema FODMAPs und ein ganz besonders schönes und nützliches liefern die beiden Autorinnen Carine Buhmann und Caroline Kiss. Mit einem solchen Buch, den wunderschönen Fotos und den bewusst einfach gehaltenen Theorieteilen macht der Einstieg in eine solche Ernährung gleich doppelt Spaß.

 

Ich persönlich wünschte mir, dass es dieses Buch schon vor einigen Jahren gegeben hätte. Aber zumindest profitieren ich und meine Familie auch heute noch von den tollen Rezepten. Ananascake mit Zitronenmelisse, mhhh.

 

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