Disclaimer

Die folgenden Wirkstoffe sind in Studien erprobt und von den EU-Behörden als sicher eingestuft worden. Dennoch können verschiedene Substanzen, gerade bei vorhandenen Vorschädigungen, zu individuellen Problemen führen. Bitte besprich eine geplante Einnahme deshalb mit einem Arzt oder Therapeuten und gehe einen sicheren Weg! Danke - dein Thomas.

Wirkstoffe bei einem Reizdarm allgemein

Beim Reizdarmsyndrom haben sich verschiedene Wirkstoffe in der praktischen Erfahrung und in Studien bewährt. Diese haben unterschiedliche Wirkmechanismen und hemmen bspw. die Degranulation von Mastzellen, oder haben Auswirkungen auf die enterochromaffinen Zellen und die Serotoninproduktion im Darmtrakt. Einige klassischere Wirkstoffe wie Loperamid, Mebeverin etc. werde ich hier bewusst nicht verlinken, da sie zum einen lediglich symptomatisch wirken oder zum anderen gewisse Risiken bei deren Einnahme entstehen (siehe entsprechende Blogbeiträge).

 

Cromoglicinsäure ist ein Mastzellstabilisator. Sie hindert die bei einem Reizdarm überaktiven Mastzellen an der Freisetzung ihrer proinflammatorischen Botenstoffe. In Studien reagiert ein Großteil der RDS-Betroffenen mit Durchfall oder alternierenden Beschwerden mit Symptomverbesserungen von über 50%!

Hochkonzentriertes Pfefferminzöl zählt zu den Hausmitteln bei Magen-Darmbeschwerden. Doch nur die wenigsten wissen, dass es laut einer Metaanalyse zu den effektivsten Medikamenten bei RDS überhaupt gehört. Es profitieren mehr Betroffene als von Mebeverin! Es wirkt nicht nur krampflösend, sondern wirkt sich neuesten Untersuchungen zufolge direkt auf den Serotoninhaushalt im GIT aus.


Die enthaltenen acht probiotischen Stämme (lebensfähige Darmbakterien) haben sich in einer randomisierten, doppelblinden und plazebokontrollierten Studie als wirksam bei einem Reizdarm erwiesen. Sie bilden kein Histamin und die Firma Dr. Wolz steht für eine langjährige Qualität. Die Probiotika wirken immunomodulatorisch (weniger Entzündungen) und stärken die Darmbarriere.

Das Intens-Probiotika von Dr. Wolz enthält 18 statt der 8 Milchsäurebakterien und ist extrem hoch dosiert. Wie die günstigere Basisversion enthält es neben den Darmbakterien auch verschiedene B-Vitamine zur Stärkung der Darmbarriere.


Bimuno ist ein Beta-Galaktooligosaccharid - ein Präbiotikum, also "Futter" für unsere Darmflora. Es lässt gezielt nützliche Stämme wie Bifidobakterien und Laktobazillen wachsen. In Studien linderte es Reizdarmbeschwerden, führte zu einem besseren Immunsystem und wirkte sich sogar positiv auf Ängste aus! Es zählt aufgrund seiner besonderen Struktur nicht zu den FODMAPs.

Ballaststoffe sind beim Reizdarmsyndrom differenziert zu bewerten. Während unlösliche Ballaststoffe meist sogar für zusätzliche Beschwerden sorgen, helfen lösliche Ballaststoffe - wie diese Flohsamenschalen - den Stuhl zu regulieren, Gallensäuren zu binden und enterochromaffine Zellen zu stabilisieren.


Quercetin ist einer der potentesten natürlichen Mastzellstabilisatoren. Wem Cromoglicinsäure zu teuer oder zu chemisch ist, der sollte diesen Wirkstoff unbedingt ausprobieren.

Studien zeigen, dass ein Großteil der Reizdarmpatienten unter einem chronischen Vitamin-D-Mangel leidet. Vitamin-D ist aber absolut essentiell für ein ordentlich arbeitendes Immunsystem und die mikrobielle Abwehr. 


Wirkstoffe gegen Verstopfung

Bis vor einigen Jahren wurden die verschiedenen Reizdarmsubtypen allesamt unter der Kategorie Reizdarmsyndrom betrachtet. Doch auch neueren Studien wissen wir, dass sich der Subtyp mit vorwiegend Verstopfung hinsichtlich der Pathomechanismen deutlich von den anderen Subtypen unterscheidet. Dies betrifft sowohl die Mastzellen, Mikroentzündungen als auch die Dünndarmfehlbesiedlung. Der verstopfte Darm geriet deshalb in den vergangenen Jahren etwas ins Hintertreffen und muss gezielt anders behandelt werden. 

 

Darm Aktiv von Dr. Wolz ist eine Kombination aus spezifischen Milchsäurebakterien und dem Ballaststoff Inulin. Beides fördert den Stuhltransit und eine regelmäßige Entleerung.

Lactulose ist ein nicht verdauliches Kohlenhydrat. Es durchwandert den menschlichen Dünndarm also im Normalfall unverdaut (was man sich u.a. beim Test der Dünndarmfehlbesiedlung zunutze macht). Durch osmotische Effekte im Dickdarm kommt es dann zu einer Einweichung des Stuhls und der Abtransport wird erleichtert.


MCT-Fettsäuren sind mittelkettige Fettsäuren, welche über eine alternative Route verstoffwechselt werden. Zahlreiche von Verstopfung Betroffene beschreiben eine Erlösung mit dem Einsatz dieses Öltyps. Mittelkettige Fettsäuren kommen bspw. auch in Kokosöl vor.

Eine weitere Möglichkeit der Verstopfung zu begegnen ist die Einnahme von hochdosiertem Magnesium. Nicht nur, dass Betroffene häufig unter einem Mangel dieses Mineralstoffs leiden. Verschiedene Formen von Magnesium erzeugen sowohl osmotische als auch transitfördernde Effekte.


Wirkstoffe bei verschiedenen Dysregulationen (Entzündungen, Fehlbesiedlung, Bauchspeicheldrüse usw.)

Bei einem Reizdarmsyndrom und den verwandten Erkrankungen finden sich zahlreiche verschiedene Pathomechanismen, deren Auftreten und Ausprägung unterschiedlich sind. Bei einer Patientin findet sich ein Gallensäureverlustsyndrom, bei einem anderen Betroffenen ausgeprägte Mikroentzündungen und bei wieder anderen eine Dünndarmfehlbesiedlung. Je nach Diagnose können dann ganz unterschiedliche Wirkstoffe helfen. 

 

Die Dünndarmfehlbesiedlung

Die wohl bewährteste Kombination natürlicher Wirkstoffe zur Behandlung der bakteriellen Überwucherung des Dünndarms.


Candidose oder Small Intestinal Fungal Overgrowth

Lange Zeit hatte man den Hefepilz Candida albicans nur in der Alternativmedizin auf dem Schirm. Doch in den letzten Jahren etablierte sich das Konzept der Pilz-Dünndarmüberwucherung (in Anlehnung an die Dünndarmfehlbesiedlung) und deren Zusammenhang mit Reizdarmbeschwerden.


Bauchspeicheldrüse, Gallensäure, Magensäure

Eine individuelle Schwäche bei der Produktion von Verdauungsenzymen (Bauchspeicheldrüse), Gallen- und Magensäure zeigt sich vor allem in einer schlechten Verträglichkeit von Protein und Fett. Sowohl die Verdauungsleistung, als auch Enzyme können unproblematisch diagnostisch bestimmt werden.


Mikroentzündungen

Mikroentzündungen (nicht bei einer Darmspiegelung nachweisbar, aber bspw. als hs-CRP) finden sich vor allem beim postinfektiösen Reizdarm und beim RDS-Durchfall mit Mastzellbeteiligung. Neben einer sinnvollen ursächlichen Behandlung (Mastzellstabilisation und Ernährung) bieten sich einige antiinflammatorische Substanzen an.