Immer noch Durchfall? Frei verkäufliches Medikament geht an die Ursachen!

Durchfall gehört zu den häufigsten und einschränkendsten Symptomen des Reizdarmsyndroms. Sehr häufig sind Nahrungsmittelallergien und Mastzellaktivierung an der Genese beteiligt. Bild: Michael Ottersbach/pixelio.de
Durchfall gehört zu den häufigsten und einschränkendsten Symptomen des Reizdarmsyndroms. Sehr häufig sind Nahrungsmittelallergien und Mastzellaktivierung an der Genese beteiligt. Bild: Michael Ottersbach/pixelio.de

Jeder Morgen beginnt für viele Menschen mit einem Gang zur Toilette. Einige brauchen erst ein Frühstück, die anderen einen kräftigen Kaffee und so mancher nimmt sich seine Tageszeitung zum gemütlichen Schmökern mit. Denn "Geschäftszeit"  ist Ruhezeit - aber nicht für uns Darmpatienten mit chronischem Durchfall. Wir brauchen weder einen Kaffee, noch können wir den Vorgang mal so eben - quasi routinemäßig - vollziehen. Viele von uns werden von Schmerzen und Krämpfen auf das "stille Örtchen" getrieben und so "still" wie in dieser Metapher geht es dann oft auch nicht zu. Sehen wir dem Übel ins Auge: Durchfall ist unangenehm, peinlich, geht oft mit Schmerzen einher, riecht und klingt "auffällig" und ist manchmal sogar noch mit anderen Symptomen verbunden, Übelkeit zum Beispiel.

Dabei ist es noch ein recht angenehmes Szenario, wenn der Durchfall schön regelmäßig morgens kommt und uns nach einigen "Gängen" für den Tag über in Ruhe lässt. Doch viel häufiger gleicht der Alltag von Reizdarmbetroffenen irgendetwas zwischen Spießrutenlauf und Schatzsuche: Immer in der Angst vor der nächsten Attacke, immer in der Nähe einer öffentlichen Toilette. Unbeschreiblich auch die Scham oder die Angst, dass andere von unserem ungeliebten Symptom etwas mitbekommen könnten. So sehr wir öffentliche Stadttoiletten, Klos in Restaurants und Raststätten hassen, so oft müssen sie viele von uns leider frequentieren ...

 

Die pharmazeutische Medizin hat bisher leider nicht viel anzubieten, was den Durchfall dauerhaft besänftigt. Standardmedikamente wie Loperamid wirken symptomatisch und bringen einige Nachteile mit sich. Viele Reizdarmpatienten beschreiben unangenehme Nebenwirkungen (vor allem Mundtrockenheit, Benommenheit und "brain fog", sowie Übelkeit) und Toleranzbildung. Außerdem hat Loperamid keinen Einfluss auf Blähungen und Krämpfe bzw. Bauchschmerzen. Gemeinsam mit dem "Lahmlegen" der Darmmuskulatur kann dies dazu führen, dass letztere Symptome nur umso intensiver gespürt werden. Neuere Medikamente wie Ramosetron (Japan) und Eluxadolin (USA) stehen in Deutschland leider noch nicht zur Verfügung. Viele Professoren bezweifeln inzwischen anhand der Datenlage, dass Eluxadolin der große Schritt sein wird, auf den viele Patienten hoffen und den die Hersteller (natürlich) beschreien.

 

Es gibt allerdings ein Medikament, welches eine gute Datenlage bei der Behandlung von Durchfall im Rahmen eines Reizdarmsyndroms aufweist, wenig Nebenwirkungen hat und auch noch frei verkäuflich ist. Die Forschungen stammen meist aus den 90er Jahren, danach schien das Thema - warum auch immer - wieder in Vergessenheit zu geraten. Seltsam, denn das Medikament wirkt direkt auf einen der heute evidentesten Pathomechanismen bzw. eine der Ursachen des Reizdarmsyndroms!

 

mehr lesen

Eilmeldung: Japanische Forscher zeigen, WIE die Stuhltransplantation für Reizdarm effektiv wird bzw. was einen guten Spender ausmacht!

Stuhltransplantationen (fecal microbiota transplants - FMT) sind eine effektive und schnelle Methode zur Sanierung eines gestörten Mikrobioms. Japanischer Forscher brachten nun 60% ihrer Reizdarmopatienten in Remission! Bild: Sigrid Rossmann pixelio.de
Stuhltransplantationen (fecal microbiota transplants - FMT) sind eine effektive und schnelle Methode zur Sanierung eines gestörten Mikrobioms. Japanischer Forscher brachten nun 60% ihrer Reizdarmopatienten in Remission! Bild: Sigrid Rossmann pixelio.de

Nun ist es endlich so weit: Nach ersten vielversprechenden Fallberichten wurde eine Studie zur Stuhltransplantation bei Reizdarmpatienten im Fachblatt Digestion veröffentlicht. Die japanischen Wissenschaftler verpflanzten zehn Reizdarmpatienten den Stuhl gesunder Spender mittels einer vorgenommenen Darmspiegelung. Sechs von zehn Patienten wurden nach vier Wochen als "in Remission" eingestuft! Klinischer Endpunkt der Untersuchung war eine Verbesserung auf der Bristol-Stuhlformen-Skala hin zu den Typen III oder IV, sprich es durften keine Durchfälle oder Verstopfungen mehr vorhanden sein. Die Biodiversität (Artenvielfalt) der Darmflora hatte sich nach der Stuhltransplantation stark gesteigert. Dies traf besonders für die Patienten mit klinischem Erfolg zu. Den gleichen kurativen Mechanismus haben neuere Studien für die Spezielle Kohlenhydratdiät nachgewiesen.

Das interessanteste Ergebnis der japanischen Studie ist aber ein anderes: Die Forscher konnten nämlich zeigen, was einen guten Spender ausmacht. Die Wahrscheinlichkeit einen positiven klinischen Effekt zu erzielen, stieg mit der Menge der Bifidobakterien im Spenderstuhl. Damit ist endlich der Grundstein für eine Spenderauswahl bei der Stuhltransplantation gelegt. Bleibt zu hoffen, dass sich nun weitere Forschergruppen und Kliniken diesem hochspannenden Thema für uns Reizdarmpatienten widmen!

 

(Mizuno & Kollegen, 2017)

 

Bitte teilen!

mehr lesen

Die Spezielle Kohlenhydratdiät (SCD) - ein Turbo zur Darmsanierung? Inzwischen wissenschaftlich bestätigt.

Die Spezielle Kohlenhydratdiät (SCD) gehört schon seit vielen Jahren zu den bevorzugten alternativen Behandlungsmethoden für Betroffene von Morbus Crohn, Kolitis ulcerosa und Reizdarm. Aber inzwischen bestätigen auch zahlreiche Studien deren Effizienz.
Die Spezielle Kohlenhydratdiät (SCD) gehört schon seit vielen Jahren zu den bevorzugten alternativen Behandlungsmethoden für Betroffene von Morbus Crohn, Kolitis ulcerosa und Reizdarm. Aber inzwischen bestätigen auch zahlreiche Studien deren Effizienz.

Die Spezielle Kohlenhydratdiät (engl. Specific Carbohydrate Diet, meist kurz SCD) provoziert seit nunmehr fast 130 Jahren Hoffnungen ihrer Anwender und wahre Hasstiraden ihrer Gegner. Schaut man sich Selbsthilfeforen und Blogbeiträge an, so kann man auch tatsächlich skeptisch werden. Einige der "Erfolgsgeschichten" klingen nämlich nahezu unglaublich und grenzen an ein mittelgroßes Wunder. Vor allem die Fortschritte vieler Kinder mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen aber auch Autismus sind tatsächlich nahezu herzzereißend. Und natürlich generieren solche "Wundergeschichten" und die Absolutheit, mit welcher die Anwender ihre Therapie oft verteidigen, eine starke Gegenreaktion:

  1. Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise für das Funktionieren dieser Kost. (Plazebovorwurf)
  2. Es mag ja sein, dass Dir persönlich diese SCD geholfen hat, dem Großteil der Betroffenen hilft sie aber nicht! (Selektivitätsvorwurf)
  3. Eine solche Einschränkung der Ernährung schafft auf lange Sicht mehr Probleme als Nutzen. (Schadensvorwurf)

Genau aus diesem Grund, nämlich um solcherlei Behauptungen (Hypothesen) zu bestätigen oder zu entkräften, brauchen wir die moderne Wissenschaft. Diese hat im Jahr 2017 schon wieder einiges an Erkenntnisgewinn zur Speziellen Kohlenhydratdiät beigetragen.

 

Erfahren Sie in den nächsten Abschnitten, wie viele Menschen von der SCD profitieren, wie Kinder mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen mit Hilfe der Speziellen Kohlenhydratdiät aus dem aktiven Krankheitskreislauf gelangen und wie die Diät innerhalb kurzer Zeit eine dysbiotische (ungünstig verschobene) Darmflora hin zum Positiven verändert.

 

mehr lesen

Warum die Candia-Diät nicht funktioniert!

Viele Betroffene mit Verdauungsbeschwerden wie Durchfall, Blähungen, oder Bauchmerzen, erhalten die Diagnose "Fehlbesiedlung mit Candida albicans". Die dann häufig empfohlene kohlenhydratarme Diät kann das Problem aber erst richtig verstärken! Bild1
Viele Betroffene mit Verdauungsbeschwerden wie Durchfall, Blähungen, oder Bauchmerzen, erhalten die Diagnose "Fehlbesiedlung mit Candida albicans". Die dann häufig empfohlene kohlenhydratarme Diät kann das Problem aber erst richtig verstärken! Bild1

Candida albicans gehört zu den inzwischen gut bekannten Verdächtigen, wenn es im Darm zwackt und die Verdauung nicht mehr ordentlich funktioniert. Bis vor wenigen Jahren noch eher im alternativmedizinischen Bereich verbreitet, mehren sich heute die Forschungsartikel zum Thema "small intestinal fungal overgrowth syndrome" (SIFO), dem mykotischen Schwesterlein der Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO). Einige zentrale Merkmale dieser Pilzinfektion haben wir in einem vorangegangenen Blogartikel beschrieben.

Doch heute möchten wir uns gern einem praktischen Aspekt bei der Therapie der Erkrankung widmen. Es hält sich nämlich wacker der Mythos, Candida albicans und weitere Stämme können sich nur von Kohlenhydraten ernähren. So schreiben mir immer wieder Betroffene, dass sie von ihrem Heilpraktiker oder Naturarzt eine kohlenhydratarme oder gar -freie Kost verordnet bekommen hätten. Wenn es nun tatsächlich stimmt, dass die Hefepilze sich ausschließlich von Kohlenhydraten bzw. bereits verarbeiteten Zuckern ernähren, wäre das natürlich ein logischer Schluss: Wir hungern die Bösewichter einfach aus!

 

Aber ist dem denn wirklich so? Vielleicht gibt es ja einen einfachen Grund dafür, warum es vielen Candida-Opfern mit dieser Kost noch um einiges schlechter geht ...

 

mehr lesen

"Mit dieser Ernährungsumstellung geht es mir schlechter als je zuvor!" Gibt es so etwas wie ein Glutenentzugssyndrom?

Obwohl die Thematik nicht annähernd wissenschaftlich untersucht ist, berichten zahllose Menschen nach einer Umstellung auf glutenfreie Kost Symptome, welche an einen Opiatentzug erinnern. Doch was steckt dahinter? Bild: angieconscious via pixelio.de
Obwohl die Thematik nicht annähernd wissenschaftlich untersucht ist, berichten zahllose Menschen nach einer Umstellung auf glutenfreie Kost Symptome, welche an einen Opiatentzug erinnern. Doch was steckt dahinter? Bild: angieconscious via pixelio.de

"Thomas, ich halte das einfach nicht mehr aus! Vielleicht muss ich einfach akzeptieren, dass mein Körper das Gluten eben braucht."

 

Sie können sich gar nicht vorstellen, wie oft ich den oben stehenden Satz in seinen vielen Varianten schon zu hören bekommen habe. In all seinen sprachlichen und emotionalen Ausprägungen. Wütend, verzweifelt, kraftlos, resigniert, aggressiv.

Viele Betroffene berichten nach der Umstellung auf eine glutenfreie Kost Erstverschlimmerungen oder ganz spezifische neue Symptome, welche sie so nicht erwartet hatten. Schließlich lässt man ja nur einfach ein Lebensmittel weg, und dazu noch ein schädliches, richtig? Aber diese Erfahrungsberichte zeigen uns eben, dass Gluten nicht nur irgendein Protein ist.

 

Da sich sowohl Getreide (wegen des FODMAP-Gehalts und der Amylasetrypsininhibitoren) als auch isoliertes Gluten als problematisch beim Reizdarmsyndrom herausgestellt haben (bspw. Wu & Kollegen, 2017; Zanwar & Kollegen, 2016; Barmeyer & Kollegen, 2017 uvm), unternehmen auch viele meiner Leser einen Versuch mit der glutenfreien Diät. Das finde ich natürlich super, allerdings bereitet sie meistens niemand darauf vor, dass es noch einmal ordentlich schlimmer werden kann, bevor es endlich aufwärts geht.

 

Erfahren Sie hier, was Sie vielleicht in den ersten Tagen und Wochen erwarten kann und warum Sie trotzdem durchhalten sollten.

 

mehr lesen

Buchempfehlung: Das FODMAP-Konzept - leichte Küche bei Reizdarm von Carine Buhmann & Caroline Kiss

Die Reduktion fermentierbarer Kohlenhydrate (sog. FODMAPs) ist wissenschaftlichen Studien zufolge eine der effektivsten Methoden, um die lästigen Beschwerden des Reizdarms zu befrieden. Dieses Buch zeigt, dass dies auch Spaß machen kann!
Die Reduktion fermentierbarer Kohlenhydrate (sog. FODMAPs) ist wissenschaftlichen Studien zufolge eine der effektivsten Methoden, um die lästigen Beschwerden des Reizdarms zu befrieden. Dieses Buch zeigt, dass dies auch Spaß machen kann!

Ich erinnere mich noch sehr gut an die Situation vor sechs oder sieben Jahren, als ich das erste Mal von der Hypothese der FODMAPs hörte. Damals öffneten mir die Ideen der an der Forschung beteiligten Wissenschaftler die Augen, warum viele Anwender der Speziellen Kohlenhydratdiät (SCD) große Erfolge erzielten, während andere kläglich scheiterten. Bereits die SCD wollte durch den Ausschluss bestimmter schwer verdaulicher Kohlenhydrate aus der täglichen Ernährung Fermentation (Gasbildung) und Dysbiose (verändertes mikrobielles Darmmilieu) mindern und Darmerkrankungen erträglicher machen. Doch schnell griffen sich SCD-Praktiker gegenseitig unter die Arme und empfahlen den eher zurückhaltenden Einsatz von bspw. Honig und Früchten, Linsen, blähenden Gemüsesorten und Mandeln. Einige dieser Lebensmittel wurden innerhalb der SCD-Gemeinde sogar in extremen Mengen genutzt (etwa Honig und Mandeln zum Backen) und durch die FODMAP-Theorie erhielt nun alles seinen Sinn.

Zu dieser Zeit gab es noch kein deutschsprachiges Buch auf dem Markt und ich musste mich erst mit der Forschungsliteratur auseinandersetzen und gestaltete quasi meinen eigenen low-FODMAP-Ernährungsplan, indem ich die SCD einfach mit der FODMAP-Reduktion verband, was mir und vielen meiner Klienten und Mitstreiter gute Erfolge bescherte. Später kamen noch die (englischsprachigen) Bücher von Patsy Catsos und natürlich Sue Shepherd hinzu, doch irgendwie fehlte mir immer ein Leitfaden, welchen ich interessierten Neulingen empfehlen konnte. Er sollte praxisnah sein und leckere Rezepte bieten, welche auch noch einfach sein sollten. Und vor allem sollte er auch noch an den deutschen Markt angepasst sein, denn natürlich essen US-Amerikaner deutlich anders als wir.

Inzwischen gibt es zum Glück einige Bücher zum Thema FODMAPs und ein ganz besonders schönes und nützliches liefern die beiden Autorinnen Carine Buhmann und Caroline Kiss. Mit einem solchen Buch, den wunderschönen Fotos und den bewusst einfach gehaltenen Theorieteilen macht der Einstieg in eine solche Ernährung gleich doppelt Spaß.

 

Ich persönlich wünschte mir, dass es dieses Buch schon vor einigen Jahren gegeben hätte. Aber zumindest profitieren ich und meine Familie auch heute noch von den tollen Rezepten. Ananascake mit Zitronenmelisse, mhhh.

 

mehr lesen

Alexithymie ist einer der wichtigsten Prädiktoren für den Therapieerfolg beim Reizdarmsyndrom

Die Alexithymie ist ein Konzept der Psychosomatik. Studien zufolge ist sie eine der bedeutendsten Variablen für den Therapieerfolg beim Reizdarmsyndrom. Bild: Jutta Rotter via Pixelio.de
Die Alexithymie ist ein Konzept der Psychosomatik. Studien zufolge ist sie eine der bedeutendsten Variablen für den Therapieerfolg beim Reizdarmsyndrom. Bild: Jutta Rotter via Pixelio.de

In der kürzlich veröffentlichten Erfolgsgeschichte von Jennifer sprach diese auch über die Körperpsychotherapie. Seitdem haben mich einige Mails erreicht, in denen großes Interesse an diesem Thema bekundet wurde. Bevor ich allerdings mit meinen Lesern in die Praxis einsteigen kann, also schildere, wie eine solche Therapiesitzung aussehen kann, muss ich noch einige zentrale Begriffe der Psychosomatik klären.

Bitte bekommen Sie jetzt keine Angst: Im Gegensatz zur landläufigen Meinung nimmt die Psychosomatische Medizin nicht an, dass einzelne Krankheiten durch psychische Probleme entstehen oder sogar nur eingebildet sind. Ganz im Gegenteil! Das Erkenntnisinteresse der Psychosomatik ist eher eng gefasst und beschäftigt sich hauptsächlich mit Erkrankungen, welche medizinisch klar definiert sind und bei denen bereits organische Pathomechanismen validiert wurden. Sie versucht den Einfluss psychischer Faktoren auf biopsychosoziale Krankheitsmodelle zu ergründen, wozu das Reizdarmsyndrom schon allein wegen der wissenschaftlich unumstrittenen Störung der Hirn-Darm-Achse auf jeden Fall gehört.

 

Eines der psychosomatischen Konzepte, welches Sie auf jeden Fall kennen sollten, wenn Sie unter einem Reizdarmsyndrom leiden, ist die so genannte Alexithymie. Diese wird schon seit langer Zeit von den Wissenschaftlern im Zusammenhang mit unserer Erkrankung diskutiert. Eine neue Studie von Porcelli und Kollegen (2017) zeigte, dass die Alexithymie sogar eine der wichtigsten Variablen für den Therapieerfolg, also die Symptomverbesserung während und nach einer Behandlung der Reizdarmbeschwerden, ist. Die Forscher schließen, dass Ärzte RDS-Patienten mit Alexithymie besser erkennen lernen sollten und dass Schulungen der emotionalen Regulation und Wahrnehmung zu besseren Therapieerfolgen führen könnten.

 

In diesem Artikel möchte ich Ihnen deshalb kurz und übersichtlich vorstellen, was die Alexithymie ausmacht und welche wissenschaftlichen Hinweise es auf einen Zusammenhang mit dem Reizdarmsyndrom gibt.

 

mehr lesen

Erfahrungsbericht: Beschwerdefreiheit nach knapp acht grauenvollen Jahren mit dem Reizdarmsyndrom

Therapie des Reizdarmsyndroms bei Thomas Struppe
Das Reizdarmsyndrom kann durch ganzheitliche, evidenz-basierte Methoden tatsächlich stark gelindert werden. Heute geben wir Ihnen einen knappen Einblick aus Sicht einer Klientin. Bild: Franzi H. via pixelio.de

Anhand meines Mailaccounts kann ich abschätzen, wie viele Menschen sich für meinen Therapieansatz zur Behandlung des Reizdarmsyndroms interessieren. Hier auf dem Blog haben sich zwar schon einige grundlegende Artikel versammelt, doch vielen unserer Leser fehlt der logische nächste Schritt: Die Integration der Erkenntnisse in ein stimmiges Therapiekonzept bzw. ein klinisches Manual. Doch genau hier liegt beim so genannten Reizdarmsyndrom ein riesiges Problem, denn kein Betroffener gleicht dem anderen. Schauen wir uns exemplarisch einige Faktoren an, die einem chronischen RDS-D, also der Variante mit regelmäßigen Durchfällen oder weichen Stuhlgängen, zugrunde liegen können (nicht müssen). Wir haben dort natürlich die Dünndarmfehlbesiedlung (bis zu 80% der Fälle), die IgE-vermittelten Nahrungsmittelallergien (annähernd ein Drittel der Fälle), das Gallensäureverlustsyndrom (ebenfalls bis zu einem Drittel der Fälle), Immunaktivierung mit Veränderungen der Mastzellfunktion und Serotoninproduktion (größter Teil), Fermentationsprozesse (FODMAP, Ballaststoffe), die Pankreasschwäche und zusätzlich die enge Verbindung zur Psyche (Hirn-Darm-Achse als bedeutendster Pathomechanismus) bzw. die Überschneidung mit Angststörungen, Depressionen und somatoformen Störungen (bis zu 98% der Patienten zeigen psychiatrische Symptome und dabei ist egal, was Huhn und was Ei ist, denn Angsterleben verändert das Mikrobiom und nimmt Einfluss auf die Stressachse, so dass ein "Teufelskreislauf" entsteht). Aus diesem Grund ist ein übergestülptes Manual eigentlich unvereinbar mit einer guten Therapie, denn natürlich ist es zielführend so individuell wie möglich auf die Beschwerden der einzelnen Patienten einzugehen. Was passiert, wenn man Therapieempfehlungen für eine solch heterogene Erkrankung wie das Reizdarmsyndrom verallgemeinert, sahen wir deutlich an der lange gängigen Empfehlung der Ärzte: Ballaststoffe hoch um jeden Preis und ansonsten hat Ernährung keinen Einfluss auf die Beschwerden. Dumm nur, dass einige Jahre später Meta-Analysen zeigten, dass Ballaststoffe kaum Wirkung zeigen und bei RDS-D die Beschwerden sogar verstärken können und dass heute diätetische Maßnahmen sozusagen an erster Front bei der Behandlung der Störung stehen (siehe Forschung zu low-FODMAP etc.)

 

Um dem Wunsch meiner Leser dennoch zu entsprechen, möchte ich hier eine kurze Zusammenfassung einer Klientin posten. Bitte denken Sie daran, dass diese Übersicht meines Vorgehens eng an die Bedürfnisse eben genau dieser Patientin angepasst war und sich somit nicht automatisch übertragen lässt. Dies gilt auch bei ähnlichen Beschwerden.

 

Jetzt aber genug der Vorrede.

 

[Enter Jennifer]

mehr lesen

In diesem Supplement steckt mehr als nur etwas "Beruhigung" für Magen und Darm!

Pfefferminzöl hilft effektiv gegen die Beschwerden des Reizdarmsyndroms. Es lindert vor allem Blähungen und Bauchkrämpfe.
L-Menthol wirkt als Kalziumkanalantagonist, Kappa-Opioid-Agonist und Serotoninanatagonist. Studien zufolge hat es antientzündliche, antimikrobielle und transitnormalisierende Effekte. Bild: Mario Heinemann/pixelio.de

Ich erinnere mich noch an die Zeit, als ich beinahe täglich im Internet unterwegs war, um eine Lösung für meine Darmprobleme zu suchen. Es musste doch einfach irgendeine Pille geben, welche die beschämenden und schwächenden Durchfälle und die quälenden Schmerzen ein für alle mal befrieden könnte! Doch damals machte ich einen großen Fehler, welcher vielleicht auch Ihnen heute unterläuft, denn anstatt mich auf Dinge zu konzentrieren, welche sich bereits bewährt hatten, schloss ich einige von diesen kategorisch aus, weil sie nicht in mein kognitives Schema eines "wirkungsvollen Medikamentes" passten. So experimentierte ich lieber lange Zeit mit Loperamid, Amitryptilin, Mebeverin usw., denn ein potenter Wirkstoff muss schließlich auch über eine gehörige Portion Nebenwirkungen und einen pharmazeutisch-anmutenden Namen verfügen, richtig?

 

So blieben jedenfalls auch die Pfefferminzölkapseln lange Zeit in meinem Schrank liegen, welche mir meine Mutter aus der Apotheke mitgebracht hatte, um ihrem verzweifelten Sohn wenigstens etwas helfen zu können. Das ist inzwischen über 15 Jahre her. L-Menthol, der Wirkstoff in eben jenen Pfefferminzölkapseln, gilt heute als eines der wirkungsvollsten natürlichen Mittel beim Reizdarmsyndrom. Seine Number-Needed-to-Treat (wie viele Patienten müssen pro Zeiteinheit behandelt werden, damit das Therapieziel bei einem davon erreicht wird) ist mit 2 deutlich vorteilhafter als für bspw. Mebeverin, Probiotika, Rifaximin, aber auch die Kognitive Verhaltenstherapie. 

Dennoch scheint das Interesse an der Wirkungsweise des L-Menthols eher gering zu sein. Dies könnte sich aber schlagartig ändern, denn neue Studien beleuchten, dass es sich beim Pfefferminzöl keineswegs nur um ein entkrampfendes Mittel handelt, sondern es direkt auf einige der zentralen Krankheitsmechanismen des Reizdarmsyndroms wirkt!

  

mehr lesen

Reizdarm, Homöopathie und Wissenschaft

Homöopathie bei einem Reizdarm. Kann das wirklich helfen, oder ist die Homöopathie tatsächlich eine Irrlehre, wie viele Schulmediziner behaupten?
Homöopathie bei einem Reizdarmsyndrom - Studien zeigen positive Effekte, aller Kritik zum Trotz. Bild: Ulrich Schmitz via pixelio.de

Liebe LeserInnen, heute kommen Sie nach langer Wartezeit endlich in den Genuss eines Artikels, vor dem ich mich ehrlich gesagt sehr lange gedrückt habe. Dies hatte verschiedene Gründe, welche ich hier nur ganz kurz anreißen möchte, damit Sie besser verstehen, aus welcher Blickrichtung sich meine Sicht auf die Homöopathie entwickelt hat. Dabei glaube ich behaupten zu können, dass ich keineswegs "blauäugig" oder "verblendet" bin, wie es den Anwendern und Patienten immer wieder vorgeworfen wird. Und falls Sie meine Artikel schon länger verfolgen, dann wissen Sie auch, dass ich mich faktischen Argumenten nicht verschließe, ganz im Gegenteil, denn das Projekt Reizdarmtherapie.net steht seit 2014 für Analysen und Handlungsübersetzungen evidenz-basierter aktueller Studienergebnisse rund um das Thema Reizdarmsyndrom. Nun gut, werden einige von Ihnen jetzt vielleicht denken, aber warum dann ausgerechnet ein Artikel über die kontrovers diskutierte Homöopathie, welche beim ersten Hinschauen so gar nicht zur evidenz-basierten Wissenschaft passen mag? Zum einen, weil Komplementär- und Alternativmedizin von vielen Reizdarmpatienten angewendet werden und dabei höhere Effekte bei Symptommanagement und Lebensqualität erzielen (Grundmann & Yoon, 2014). Zum anderen, weil ich regelmäßig Zuschriften von Lesern erhalte, welche gezielt meine Meinung zur Homöopathie wissen möchten. Manchmal kommt die Frage dabei von Skeptikern, welche ihre Lebensgefährtin von dem "Unsinn" wegbringen wollen, viel öfter aber von meist weiblichen Lesern, die sich tatsächlich für das Thema interessieren.

 

Ich persönlich stand der Homöopathie lange Zeit mehr als skeptisch gegenüber. Als Psychologe des neuen Jahrtausends verstand ich mich lange Zeit als Naturwissenschaftler (schließlich haben wir inzwischen den Bachelor und Master of Science ...) und die Prinzipien der evidenz-basierten Medizin wurden uns regelrecht eingetrichtert. In meinem Umfeld herrschte eine Hexenjagd auf alles, was nicht oder noch nicht in der Welt der verwertbaren Daten angelangt war. Auf jeden Fall passte ich mich damals an und ließ mein Weltbild stark davon prägen. Erhärtet wurde diese Haltung nochmal als ich in meiner Verzweiflung wegen des Reizdarmsyndroms eine Heilpraktikerin aufsuchte, welche mir ein paar Globulis zusteckte. Heute weiß ich, dass es sich um eine wirklich schlechte Vertreterin ihrer Zunft gehandelt hat, denn es gab weder eine ausführliche Anamnese noch eine Fallanalyse (dazu später). 

Im Gegensatz zu mir war meine liebe Frau der Naturheilkunde schon immer zugewandt (wen wundert das als Physiotherapeutin und Heilpraktikerin für Physiotherapie?) und beschäftigte sich auch mit der Homöopathie. Sie können sich vorstellen mit welcher Begeisterung ich diese Globulis schluckte :). Es kam durch die Mittel allerdings zu einigen für mich unerklärlichen Erlebnissen, weil meine Frau mir die Globulis "blind" verabreichte, was bedeutet, dass ich nicht wusste, welches Mittel da gegeben wird. Es tauchten Wirkungen und vor allem auch Nebenwirkungen auf, welche hinterher genau zu dem jeweiligen Arzneimittelbild passten. Dies konnte aber kein Plazeboeffekt sein, weil ich die Mittel ja nicht kannte und deren Wirkungen schon gar nicht. Schließlich erlebte ich in der Praxis viele Menschen, welche auf Homöopathie schwörten und erlebte einige erstaunliche Dinge.

Diese Erfahrungen wollte ich aber nicht auf dem Blog verarbeiten, da es ja hier eben darum geht Dinge vorzustellen, welche sich in Studien als effektiv für die meisten von uns erwiesen hatten. Ich behielt also eine neutrale Einstellung und schrieb interessierten Lesern, dass ich vielen naturheilkundlichen Methoden beim Reizdarmsyndrom nicht ablehnend gegenüber stünde, ich aber aus wissenschaftlicher Sicht auch keine Empfehlungen abgeben möchte. Diese neue Offenheit und Neutralität hat mir in vielen Bereichen meines Lebens geholfen. Ich habe das Gefühl, dass umso mehr Wissen wir ansammeln, desto undogmatischer werden wir. Im Bachelorstudium war ich ein Schlaumeier und unterteilte die Psychologie in gut und böse (bspw. Warum redete Freud eigentlich immer über Sexualität? Der hatte bestimmt selber einen riesen Komplex! Unwissenschaftlich!). Nach vier Jahren in der Praxis kann ich behaupten, dass die allermeisten meiner Patienten an irgendeinem Zeitpunkt der Therapie auf dieses Thema kommen. Vom Abiturienten bis zur Frührentnerin.

Der nächste Schritt war das tiefere Eintauchen in die Materie anlässlich einer Fortbildung, in welcher das Thema "Naturheilkundliche Mittel in der Psychosomatik" abgehandelt wurde. Wie ich eben so bin, tauchte ich in die Welt der Fachartikel ab. Gab es denn Beweise für die Thesen, welche der Dozent (ein Arzt) aufgestellt hatte. Und die gab es tatsächlich, was mich zugegebenermaßen doch etwas verwirrte. Schließlich wurde mir jahrelang eingehämmert, dass noch nie eine hochwertige randomisierte und plazebo-kontrollierte Studie gezeigt hätte, dass die Homöopathie besser wirke als Plazebo. Wie falsch dieser Satz ist, möchte ich Ihnen also jetzt gern schildern und danach speziell auf den Reizdarm eingehen.

 

Ein kurzes Abtauchen in die Welt der Wissenschaft zu Homöopathie allgemein ist allerdings absolut notwendig, denn ein so kontrovers-diskutiertes Thema kann ich nicht ohne einleitende Diskussion abhandeln. Seien Sie also gespannt auf einige neue interessante Fakten, die Sie so vielleicht noch nie gehört haben.

  

mehr lesen

Mit funktioneller Medizin und bester Hoffnung in das Jahr 2017!

In den vergangenen Jahren hat sich viel in der Reizdarm-Forschung bewegt. Wird 2017 der Durchbruch kommen?
Wird 2017 das erlösende Jahr für uns Reizdarmpatienten? Bild: Rike/pixelio.de

Liebe LeserInnen, wieder ist ein Jahr vergangen und 2017 streckt bereits gierig seine Finger nach uns aus. Wie ist es Ihnen vor und während des Jahreswechsels ergangen? Hatten Sie eine schöne und erholsame Zeit mit Ihren Liebsten? Gehen Sie vielleicht voller Elan ins neue Jahr, bepackt mit guten Vorsätzen, überzeugt dem Reizdarm endlich den Krieg zu erklären und absolut gewillt auch diese finale Schlacht zu gewinnen? Oder gehören Sie zu jenen unter uns, die gerade in dieser Jahreszeit die Hoffnung verlieren, frustriert auf die Weihnachtsgans starrten und schon an die bevorstehenden Bauchschmerzen dachten? Sie glauben, dass uns Reizdarmbetroffenen nichts und niemand helfen kann?

Dann möchte ich Ihnen in aller Deutlichkeit sagen, dass Sie sich irren und Ihnen ans Herz legen, dass Sie sich diesen Artikel genauestens durchlesen sollten. Er beschreibt nämlich einen 2016 erschienen Case-Report, welcher nicht weniger als die Heilung eines Reizdarmpatienten durch Methoden der funktionellen Medizin berichtet. Wenn das keine Motivation für Sie ist, dann möchte ich noch einmal an Brecht erinnern:

 

"Wer (gegen den Reizdarm) kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren." 

Bertolt Brecht - Einfügung von mir :)

 

 

mehr lesen

Wissenschaft zeigt: Das (Klein-)Hirn von Reizdarmpatienten arbeitet anders

Studie zeigt: Das Gehirn von Betroffenen des Reizdarmsyndroms reagiert anders auf konditionierte Reize.
Bild: Monja Schnider via Pixelio.de

Liebe Leser, Wissenschaft ist etwas Herrliches! Jeden Tag, wenn ich mich an meine Rechercheroutine setze, freue ich mich schon, welche neuen Erkenntnisse mich wohl erwarten mögen. Dieses Mal passte es wieder wie die buchstäbliche "Faust aufs Auge", denn nach meinem Artikel über die körperlichen Faktoren beim Reizdarmsyndrom (ein Vergleich zu Morbus Crohn und Kolitis ulcerosa) fühlten sich viele Leser in ihrer Meinung bestätigt und teilten mir dieses auch schriftlich mit:

 

"Diese Daten beweisen doch, dass der Reizdarm eben nichts mit unserem Kopf zu tun hat, Ärzte und Psychologen jahrelang Unrecht hatten"

 

Doch nichts könnte ferner von der Wahrheit sein. Ein Fakt, den ich in meiner täglichen Arbeit als Psychologe und Heilpraktiker für Psychotherapie aus meiner täglichen Praxis kenne und den auch die medizinische und psychologische Forschung anerkennt.

Warum tendiert die heutige Gesellschaft eigentlich immer zu extremen Standpunkten? Natürlich verstehe ich, dass viele von Ihnen da draußen das Gerede um die eingebildeten Schmerzen und das "einfach-einmal-Zusammenreißen" satt hatten. Doch wenn wir die psychischen Komponenten unserer Krankheit verneinen, dann belügen wir uns selbst und berauben uns effektiver Behandlungsoptionen. Denn egal, was für uns Patienten grundlegender ist: ob Psyche oder Körper, Huhn oder Ei - Psychotherapie, Psychopharmaka, Hypnose und Stressmanagement gehören zu den erfolgreichsten Therapiemethoden bei einem Reizdarmsyndrom, unabhängig vom Vorliegen psychiatrischer Begleitstörungen. Das zeigen zahlreiche Studien und auch Meta-Analysen (bspw. zeigten Li und Kollegen 2014 in einer Meta-Analyse, dass Kognitive Verhaltenstherapie dem klassischen Basissupport und auch medikamentösen Ansätzen beim Reizdarmsyndrom überlegen war).

Wer würde eigentlich auf die verrückte Idee kommen, der Depression ihre psychische Komponente abzusprechen, nur weil wir heute wissen, dass bei ihr auch das Mikrobiom, Entzündungsprozesse und das Immunsystem allgemein eine Rolle spielen? Es gibt gerade für chronische Erkrankungen kaum Beispiele, wo Körper oder Psyche isoliert betroffen sind.

 

Eine neue Untersuchung eines deutschen Teams um Claassen (Neurologie der Universitätsklinik Essen) zeigt jetzt, wie das Gehirn von Reizdarmpatienten anders auf konditionierte Reize reagiert, als das gesunder Vergleichspersonen.

 

 

mehr lesen

Nahrungsfette und ihre Wirkung auf das Reizdarmsyndrom

Fett gehört zu den Triggerfaktoren des Reizdarmsyndroms. Aber was steckt eigentlich dahinter?
Bild: Timo Klostermeier via Pixelio.de

Elaine Gottschall, die Biochemikerin, Autorin von Breaking the Vicious Cycle und jene Forscherin, welche als erste die bedeutende Rolle von Kohlenhydraten bei der Symptomgenese chronischer Darmerkrankungen populär machte und somit den Grundstein für die low-FODMAP-Diät legte, führt in ihrem Grundlagenwerk aus, dass Darmpatienten Schwierigkeiten haben die Makronährstoffe aufzuspalten und regelgerecht zu verdauen. Dabei würden Proteine am besten, Fette eher mäßig und Kohlenhydrate am schwierigsten resorbiert. 

 

Durch den Erfolg der Paleo-Diät und den Populismus (ja, das meine ich im tatsächlichen Sinn) einiger ihrer Vertreter wurde das Fett in den letzten Jahren nicht nur rehabilitiert (Siehe an: Fett macht gar nicht fett und Nahrungsfette haben keine direkten Auswirkungen auf Herz-Kreislauf-Krankheiten etc.), sondern regelrecht geadelt (Mehr Fett in der Nahrung ist gleich mehr Gesundheit). Im Zuge dieser Entwicklung wurden aus SCD und GAPS häufig high-fat- und low-carb-Diäten, eine Struktur, welche so von den Begründern niemals vorgesehen war. Viele Leser und Zuschauer berichten mir immer wieder, dass sich ihr Durchfall mit der SCD oder Paleo verschlimmert. Frage ich dann gezielt nach der Nahrungszusammenstellung finden sich Fettmengen zwischen 150-250g! Diese Masse an Nahrungsfetten würde schon sehr viele kerngesunde Menschen auf die Porzellanschüssel treiben.

 

Dabei wissen wir aus vielen Fragebogenstudien, dass Nahrungsfette bzw. fette Speisen von den Reizdarmbetroffenen neben Weizen, Milchprodukten und Früchten als einer der diätetischen Triggerfaktoren wahrgenommen werden (u.a. Simren und Kollegen, 2001; Williams und Kollegen, 2011; Hayes und Kollegen, 2013 usw.)

Trotz dieser prominenten Bewertung der Fette seitens der Patienten fehlen bis heute klinische Studien zur Nahrungszusammensetzung beim Reizdarmsyndrom, anhand deren Daten entsprechende Mengenempfehlungen abgegeben werden könnten. Dies ist ein entscheidender Nachteil, denn erwiesenermaßen für den Reizdarm effektive Ernährungsumstellungen wie die low-FODMAP-Diät können sowohl fettarm als auch fettreich gestaltet werden, was die Symptomverbesserungen letztlich sabotieren könnte.  

 

Schaut man sich die Empfehlungen von Elaine zur SCD etwas genauer an, dann bekommen wir eine Vorstellung davon, dass ihre Version der Diät keinesfalls low-carb oder gar high-fat war. Sie empfahl damals den liberalen Gebrauch von Honig und Früchten/Trockenfrüchten, sowie Hülsenfrüchten in späteren Stadien. Ihre Fleischauswahl war häufig von Geflügel dominiert. Heute haben wir durch neue Forschungsergebnisse einen etwas tieferen Einblick und könnten die Empfehlungen entsprechend abändern (FODMAP-reiche Früchte, Hülsenfrüchte und Honig raus; schnell-resorbierbare Stärke und glukosedominante Früchte etc. rein).

 

In diesem Artikel möchten wir uns also damit beschäftigen, WARUM Nahrungsfett für uns Darmpatienten (Reizdarmsyndrom, Morbus Crohn, Kolitis ulcerosa, Zöliakie etc.) problematisch ist und dem fettigen Hype etwas entgegensetzen.

 

 

mehr lesen

Darmpilze: Candida und Co. - Was sagt die Wissenschaft dazu?

Darmpilze wie bspw. Candida albicans: Sind sie ein wirkliches Problem bzw. stecken sie hinter den Beschwerden des Reizdarmsyndroms?
Bild: Jurec via pixelio.de

Das heutige Thema gehört seit dem Start dieses Blogs zu den meist angefragtesten Artikelwünschen überhaupt. Diesen Wunsch kann ich auch sehr gut nachvollziehen, denn kaum ein anderes Thema wurde und wird so kontrovers diskutiert. Während viele Heilpraktiker und naturmedizinisch-orientierte Ärzte Darmpilze, vor allem aber Candida albicans, als das absolute Übel darstellen und recht flink mit Antimykotika hantieren, finden sich seitens der Schulmediziner eher kritische bzw. abwartende Reaktionen. Ein typisches Beispiel letzterer Haltung ist das Statement: "Darmpilze und eben auch verschiedene Candidaspezies gehören zum normalen Darmökosystem. Auch gesunde Menschen sind Wirte dieser Organismen."

 

Dass die praktizierenden Ärzte allerdings nicht immer auf dem neuesten Stand der Forschung sind, haben wir beispielsweise lange Zeit an der Dünndarmfehlbesiedlung und auch der low-FODMAP-Diät beobachten können. Ist dies bei den Darmpilzen vielleicht ebenso der Fall?

Ein Grund für unsere Zurückhaltung auf dem Blog war, dass wir nicht einfach unsere Meinung zu dem Thema schreiben wollten, sondern dies wie gewohnt mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zu untermauern suchten. Doch langsam aber sicher finden sich immer mehr Hinweise für die Bedeutung der Pilzkulturen in unserem Organismus. Die folgende Darstellung orientiert sich an dem Übersichtsartikel von Erdogan (nein, nicht der!) und Rao (2015).

 

 

mehr lesen

Cannabinoide und ihre therapeutische Wirkung auf Darmkrankheiten

Hilft medizinischer Cannabis bei Reizdarm, Morbus Crohn, Kolitis ulcerosa und Co?
Bild: Tokamuwi via pixelio.de

And we were trying different things. We were smoking funny things. Making love out by the lake to our favorite song.

 

Marihuana wird schon seit Urzeiten als Rausch- aber vor allem auch Medizinprodukt gepriesen. Die Evidenz für seine therapeutische Anwendung reicht über 5000 Jahre zurück. Dennoch verschloss sich die "medical community" lange Zeit vor der Erforschung dieses Themas, was sicherlich auch mit der gesellschaftlichen Kontroverse um die Legalisierung zusammenhing. Der Wendepunkt lag dann aber in den Neunzigern: Forscher entdeckten zwei Rezeptoren des so genannten Endocannabinoid-Systems, einem bis dahin unbekannten Teil des menschlichen Nervensystems. Und nicht nur das, denn die Wissenschaftler fanden auch cannabisähnliche Substanzen, die vom Körper selbst produziert werden, die Endocannabinoide.

Inzwischen hat sich Medizinalhanf in Studien und praktischer Anwendung als wirkungsvoll bei verschiedensten Erkrankungen erwiesen, darunter Anorexie, chronisches Erbrechen, Bauchschmerzen und chronischer Durchfall.

 

Die im Artikel folgenden Ausführungen zum Endocannabinoid-System und den Auswirkungen der Cannabinoide auf Darmerkrankungen orientieren sich zu einem großen Teil an dem Review von Reichenbach & Schey (2016).

 

 

mehr lesen

Reizdarm, Crohn, Kolitis: Nur Leidensgenossen oder doch Geschwister?

Lange wurden die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) als eigenständige Entitäten vom Reizdarmsyndrom (RDS) getrennt. Doch sie teilen viele Pathomechanismen.
Bild: Dieter via pixelio.de

Lange Zeit betrachteten Gastroenterologen die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED), deren bekannteste Vertreter Morbus Crohn und Colitis ulcerosa heißen, als eigenständige Entitäten ohne jeglichen Zusammenhang mit dem Reizdarmsyndrom (RDS). Und auch viele Betroffene stimmten in diesen Chor mit ein. Hier einmal beispielhaft zwei Sätze, welche so tatsächlich von meinen Klienten gefallen sind:

 

 

Wenn die mal zwei Wochen meinen Schub erleben könnten, würden die nicht mehr so in den Foren rumjammern. (Patientin mit Mb. Crohn über RDS-Betroffene)

 

oder

 

Die haben es doch gut. Außerhalb der Schübe geht es denen teilweise jahrelang gut und für die Schübe gibt es inzwischen wirkungsvolle Medikamente. Ganz im Gegensatz zu uns. (Reizdarmpatient über CEDler)

 

Beide Vorurteile sind natürlich Nonsens und starke Pauschalisierungen. So klagt beinahe jeder zweite CED-Patient über Reizdarmbeschwerden in der klinischen Remission, während Reizdarm-Betroffene tatsächlich eine höhere Einschränkung der Lebensqualität berichten und mit Veränderungen wie der Mastzellaktivität teils sehr heftige Beschwerden einhergehen. Das Reizdarmsyndrom ist eben nicht nur Bauchgrummeln.

Für mich war diese Trennung zwischen den beiden Dimensionen RDS und CED immer künstlich und umso mehr wir aus der Wissenschaft über Darmgesundheit und natürlich Darmkrankheiten lernen, desto mehr kristallisiert sich heraus, dass es sich bei diesen Erkrankungen eher um Geschwister handelt, also verschiedene Entitäten auf einem Spektrum, als um Fremde mit zufällig ähnlichen Eigenschaften. Wir können den einen besser verstehen lernen, wenn wir bereits bekannte Variablen des anderen betrachten und natürlich umgekehrt.

 

Die folgenden Ausführungen beruhen auf dem Fachartikel von Spiller und Major im Magazin Nature (2016).  

 

 

mehr lesen

Wer profitiert am meisten von einer low-FODMAP-Ernährung?

Die low-FODMAP-Diet hilft besonders bei einem Reizdarm mit Durchfall und Verstopfung und einer Fruktosemalabsorption
Bild: Bernd Wachtmeister via pixelio.de

Die low-FODMAP-Diät wird inzwischen von vielen Gastroenterologen und Ernährungsberatern als Standardempfehlung bei einem Reizdarmsyndrom gesehen. Das ist auch verständlich, denn die FODMAP-Reduktion ist der "einzige wissenschaftlich-fundierte Ernährungsansatz beim Reizdarmsyndrom" (Studien zur SCD gibt es hauptsächlich bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa; Untersuchungen zum Fast-Tract-Programm laufen aktuell) und seit der Jahrtausendwende wurde viel geforscht bzw. wurden viele praktische Erfahrungen gesammelt. Doch trotz dieser Lobgesänge gibt es auch Schattenseiten: So zeigte bspw. ein schwedisches Forscherteam, dass die low-FODMAP-Diät in ihrer Untersuchung den klassischen Ernährungsrichtlinien bei RDS (regelmäßige, leichte Mahlzeiten, gut kauen ...), welche man auch salopp als Esshygiene bezeichnen könnte, nicht überlegen war. Und auch in einer neueren Untersuchung schnitt die low-FODMAP-Diät eher durchschnittlich ab. Obwohl alle Teilnehmer ihre Beschwerden lindern konnten (an hohe Placeboeffekte beim Reizdarm denken!), konnten nur 31% als Responder vermerkt werden (sprich: berichteten eine Symptomreduktion um 50 Punkte bei einem Maximalscore von 500).

 

Wie kommt es zu dieser klaffenden Lücke zwischen eher moderaten Effekten in Studien und teils ganz außergewöhnlichen Erfolgsgeschichten in Foren etc? Gibt es vielleicht einen "Modellbetroffenen", welcher von dieser Reizdarm-Ernährung am meisten profitiert, während andere Patienten eher leer ausgehen?

 

Dieser Frage widmete sich eine Forschergruppe aus Großbritannien.

 

mehr lesen

Unser YouTube-Kanal

Liebe Leser, wir freuen uns, dass immer mehr Menschen unsere Internetseite besuchen und unsere Artikel lesen. Vielen lieben Dank für das entgegen gebrachte Vertrauen und natürlich auch die vielen lobenden Worte.

Neben dem eigentlichen Herzstück, nämlich dem Blog mit regelmäßig neuen Artikeln zu den Fortschritten in der Reizdarm- bzw. Mikrobiomforschung, gehört zu unserem Projekt auch noch ein YouTube-Kanal mit inzwischen über sechzig Videos. Letztere beziehen sich zu einem Teil auf Blogartikel, während andere exklusive Inhalte bieten. Dies geschieht, weil die Klientel der beiden Medien erheblich differiert (vor allem was das Alter angeht, aber auch die Fremdsprachkenntnisse etc).

 

Aktuell finden sich Videos für Neudiagnostizierte (Was soll ich essen?), ebenso wie etwas "nerdigere" Themen (Wie stabilisiere ich eine Mastzellüberfunktion? Was sind Nebenwirkungen der Stuhltransplantation?) für die "alten Hasen" unter uns. 

Doch damit nicht genug, denn in den nächsten Monaten planen wir noch mehr praktische Videos (Kochen, Einkaufen, Sport, Selbst-Akupressur etc), um die Vorteile des Mediums voll auszunutzen. Mit jedem einzelnen ABONNEMENT unseres Kanals unterstützen Sie kostenlos unsere Inhalte, denn dies sorgt für eine höhere Reichweite und damit für u.a. größere Mobilisierungsmöglichkeiten für Petitionen etc! Außerdem verpassen Sie keine neuen Inhalte, die Sie vielleicht interessieren.

 

Zum Kanal

 

mehr lesen

Könnten Antihistaminika die Reizdarm-Misere beenden?

Kein Klo vorhanden? Mit Reizdarm kann das Leben schwierig sein ...
Bild: Rike via pixelio.de

Seit inzwischen über zwei Jahren berichte ich auf diesem Blog über die Pathomechanismen und Therapieansätze bei einem Reizdarmsyndrom. Seit der Jahrtausendwende hat sich wahnsinnig viel auf diesem Feld bewegt - so wissen wir etwa um die enorme Rolle der Mastzellen und ihrer Mediatoren wie Histamin oder Heparin bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Symptomen.

 

Galt der Reizdarm noch vor kurzem als psychosomatische oder somatoforme Störung, so beschreiben ihn Wissenschaftler dieser Tage als "entzündliche chronische Darmerkrankung mit der Beteiligung von Mastzellen" (Philpott & Kollegen, 2011). Eine besonders interessante Arbeit zeigte beispielsweise, dass Nerven- und Gewebezellen von Reizdarm-Betroffenen kaum noch auf die entzündlichen Mediatoren (etwa Histamin) reagieren (Ostertag & Kollegen, 2015), was nichts anderes bedeutet, als dass diese Zellen bereits in übermäßigem Kontakt zu Histamin und Co. stehen.

 

Letztendlich scheinen die verschiedenen Konzepte von Mastzellaktivitätssyndrom (MCAD), Histaminintoleranz (HIT) und Lebensmittelallergien beim Reizdarmsyndrom eine gemeinsame Basis zu haben - Mastzellen und ihre Mediatoren. Doch können wir uns dieses Wissen heute schon zunutze machen, oder bleibt dies eine rein theoretische Erkenntnis?

 

mehr lesen

Reizdarm, Stigma und Lebensqualität

Was denkt unser Umfeld über uns Reizdarmpatienten? Stigmatisierungen sind beim RDS leider häufig.
Bild: Stephanie Hofschlaeger via pixelio.de

Das Reizdarmsyndrom gilt heute trotz vieler neuer Erkenntnisse im Bereich der Pathophysiologie der Erkrankung (Beteiligung der Mastzellen, Mikroentzündungen etc.) als funktionelle Störung, zu deutsch - es handelt sich um eine Erkrankung ohne relevanten labormedizinischen oder histologischen Befund. In den ersten Jahrzehnten nach der Entstehung dieses Syndromkonzeptes wurden deshalb auch verstärkt psychologische Ursachen diskutiert. Dies begründeten die Ärzte mit ersten in Umfragen und Beobachtungsstudien erzielten Ergebnissen: RDS-Betroffene berichteten signifikant häufiger über traumatische Kindheitserfahrungen, erlebte psychiatrische Symptome (Depressionen, Angst, Vermeidungsverhalten) und zeigten oft ein spezifisches Persönlichkeitsprofil (Perfektionismus, zur Unterordnung neigend, aufopferungsvoll etc.).

Durch diese Charakterisierung der Außenwelt bzw. der Fachkreise erlebten die Erkrankten umgehend eine starke Stigmatisierung, im Sinne folgender Aussagen:

 

  • Du bist nicht wirklich krank.
  • Du müsstest dich nur einmal zusammenreißen.
  • Du willst dich nur drücken, bist nur zu faul.
  • Irgendetwas was du tust, schadet dir.
  • Du warst noch nie zu etwas zu gebrauchen.

 

Sehr häufig bleibt es aber nicht bei dieser wahrgenommen Stigmatisierung. Die vom Reizdarm betroffenen Personen machen sich diese Zuschreibungen zumindest teilweise zueigen und schaden sich dadurch psychologisch, aber auch körperlich, massiv selbst.

Im folgenden Artikel möchte ich auf die Gründe hinter diesem Teufelskreis eingehen.

 

mehr lesen

Welche natürlichen Mittel helfen bei einer Depression?

Naturheilkunde und Pflanzenheilkunde helfen gegen Depressionen
Bild: www.helenesouza.com via pixelio.de

Zu den am häufigsten gestellten Fragen in meiner ganzheitlich-orientierten Praxis für Psychotherapie gehört gewiss jene nach naturheilkundlichen bzw. pflanzlichen Alternativen zu den bekannten Psychopharmaka bei Depressionen und Ängsten. Ich bin nicht unbedingt ein Gegner von pharmazeutischen Antidepressiva etc., doch wie viele meiner Klienten sehe ich deren übermäßigen Einsatz, das Verlassen auf deren Langzeitwirkung (passiver vs. aktiver Lösungsstil) und natürlich deren zahlreiche Nebenwirkungen kritisch. Dennoch bin ich dankbar, dass es diese Medikamente für schwere Krisensituationen gibt.

Eine leichte bis mittelgradige Depression gehört leider zu den häufigsten Begleiterkrankungen eines längerfristig bestehenden Reizdarmsyndroms und kann die Grunderkrankung noch schlimmer machen, die Lebensqualität und vor allem die Leistungsfähigkeit (etwa im Berufsleben) weiter einschränken. Aus diesem Grund möchte ich hier kurz klinisch-erprobte und evidenz-basierte Möglichkeiten vorstellen, wie man Depressionen auf natürliche Art und Weise besänftigen kann, ohne gleich schwere Geschütze auffahren zu müssen.

 

mehr lesen

Let´s get ready to ruuumble: Hypnose vs. Low-FODMAP

Hypnose oder low-FODMAP-Diät: Was hilft besser beim Reizdarmsyndrom?
Bild: pepsprog via pixelio.de

Vielleicht haben Sie es als regelmäßiger Leser schon mitbekommen? Ich sehne mich im Dschungel der wissenschaftlichen Versuche nach klaren Systematiken. Welches Konzept hilft den meisten Reizdarmpatienten? Gibt es eine Ernährungsumstellung, welche besser für Durchfall geeignet ist, während eine andere vielleicht eher bei Blähungen hilft? Solche Fragen kann man generell toll durch komparative bzw. vergleichende Studien beantworten, aber daran mangelte es in den vergangenen Jahren leider noch.

Umso größer war dann der Schreck, als eine schwedische Studie zeigte, dass die low-FODMAP-Diät (bis heute immer noch wahnsinnig erfolgversprechend in wissenschaftlichen Untersuchungen) den klassischen Ernährungsempfehlungen beim Reizdarm nicht überlegen war. Hatte man die Möglichkeiten der low-FODMAP-Ernährung über-, oder eher den Nutzen einer klassischen Ernährungsberatung unterschätzt? Auf jeden Fall verschob das Ergebnis das Augenmerk der Forscher auch auf andere Mechanismen.

 

Vor kurzem erschien ebenfalls eine tolle klinische Arbeit, welche unsere Aufmerksamkeit erregte. Es ging darin um nicht weniger, als um den Kampf zwischen Körper und Seele, Biologie und Unterbewusstsein, Materie und Geist ... Nun gut, ganz so dramatisch war es nicht, aber die Forscher verglichen die Auswirkungen der Bauchhypnose mit denen einer low-FODMAP-Diät auf Patienten mit einem Reizdarmsyndrom. Da wir mit beiden Methoden arbeiten, waren wir natürlich besonders gespannt auf das Ergebnis.

 

 

mehr lesen

Schlechter Schlaf = Reizdarmschub.

Manche Betroffene reagieren immer noch mit Ablehnung oder Unverständnis auf unsere ganzheitliche Sicht des Reizdarmsyndroms. Man soll tatsächlich sein ganzes Leben auf den Kopf stellen, "nur" um einer aus der Bahn geratenen Körperfunktion wieder Herr zu werden? Bewusst essen, sich bewegen, mehr in die Natur gehen, aktives Stressmanagement betreiben sind alles tolle, aber anstrengende Dinge, bis sie zur Routine geworden sind. Und nun sollen Sie auch noch länger und besser schlafen? So ist es, denn genau wie die anderen genannten Faktoren hat die Schlafqualität direkten Einfluss auf die Reizdarmsymptome. Alle diese Dinge sind übrigens wissenschaftlich bestätigt worden. Auch wenn eine "Mach-alles-wieder-gut"-Kapsel sicherlich eine tolle Erfindung wäre, wird es diese nicht geben, denn dafür ist das Reizdarmsyndrom eine viel zu komplexe und heterogene Erkrankung.

 

In diesem Zusammenhang (einfache Lösung): Wussten Sie eigentlich, dass die British Dietetic Association in einem systematischen Review systematischer Reviews und randomisierter kontrollierter Studien 2016 zu dem Ergebnis kam, dass 40% der bisher für den Reizdarm getesteten Probiotika gar keine Wirkung zeigten und auch die anderen 60% nicht dauerhaft verallgemeinerbar den Symptomscore oder die Lebensqualität besserten? So einfach ist es eben nicht, auch wenn uns einige Marketingabteilungen dies gern weis machen möchten ...

 

Doch nun zum Schlaf ...

 

mehr lesen

Mandeln verändern die Darmflora besser als die meisten Supplemente

Mandeln verbessern die Darmflora und sind eine tolle Unterstützung bei der Darmsanierung.
Bild: Verena Münch via pixelio.de

Wer unseren Blog oder unsere Videos verfolgt weiß, dass wir einige Faktoren ganz besonders herausheben, welche die Darmflora nachweislich zum Positiven verändern und damit einen Hauptmechanismus für das Reizdarmsyndrom außer Kraft setzen können. Dazu zählen vor allem eine sinnvolle Ernährungsumstellung, Präbiotika in Form von Lebensmitteln und Supplementen, körperliche Ertüchtigung, eine gutes Schlafverhalten und auch Stressmanagement. Wer glaubt, er könne seine Darmflora allein mittels einzelner probiotischer Stämme in Kapselform beeinflussen, der ist leider auf dem Holzweg. Dies besagen viele Studien und auch Professor Sonnenburg, eine Koryphäe im Bereich Darmflora bzw. besser: Mikrobiom, bestätigte dies noch einmal in unserem Interview.

Im Bereich Ernährungsumstellung gibt es ein paar ganz besondere Fundstücke, welche die Darmbakterien selektiv anzufüttern scheinen. Das bedeutet, dass sie probiotische bzw. nützliche Stämme zum Wachstum anregen, während dies für schädliche Stämme nicht der Fall zu sein scheint. Im Gegenteil: Ungünstige Stämme werden in ihrem Wachstum gehemmt und Stück für Stück zurückgedrängt.

 

Neben dem Supplement Bimuno (Wirkstoff: B-Galaktooligosaccharide) über dessen exzellente Studienlage wir bereits ausführlich berichtet haben, scheinen auch handelsübliche Mandeln über ähnliche Fähigkeiten zu verfügen. Dies lassen interessante Studien vermuten.

 

 

mehr lesen

Interview und Buchvorstellung: Prof. Erica Sonnenburg, Mikrobiomforscher, über Reizdarm, FODMAPs, Stuhltests und Probiotika

Mit der Entdeckung der gesundheitlichen Bedeutung unserer Darmbakterien gehen leider auch viele Misskonzeptionen einher. Natürlich bietet die Restaurierung und Modulation unserer Dickdarmflora ein riesiges Feld für große Erwartungen, schließlich wurde mehrfach gezeigt, dass eine veränderte Besiedlung (Dysbiose) u.a. mit Krankheiten wie dem Reizdarmsyndrom, den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Depressionen etc. in enger Verbindung steht. Aber welchen Ratschlägen können wir denn trauen? Wo verläuft der schmale Grad zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Empfehlungen vieler Therapeuten oder gar den wilden Versprechungen der Probiotikahersteller?

Am sinnvollsten ist es wohl, den Menschen genau zuzuhören, welche tagtäglich mit unseren Darmbakterien arbeiten und deren Funktion wenigstens ansatzweise verstehen. Professor Erica Sonnenburg leitet mit ihrem Ehemann Justin das "Sonnenburg Laboratorium" der Abteilung für Mikrobiologie und Immunologie an der Universität Stanford. Ende Juni erscheint ihr wirklich informatives und lesenswertes Buch "Good Gut" endlich auch auf Deutsch. Dies haben wir zum Anlass genommen, um den beiden Koryphäen im Bereich Mikrobiomforschung einige Fragen zum Thema Reizdarm und Darmflora zu stellen.

 

mehr lesen

Studie: Mehr Missbrauchsfälle unter Reizdarm-Betroffenen

Eigentlich kennen wir diesen Befund schon sehr lange: Unter den Betroffenen des Reizdarmsyndroms befinden sich signifikant mehr Missbrauchsopfer als in Vergleichsgruppen. Leider reagieren viele Patienten immer noch sehr gereizt, wenn ihre Ärzte oder Psycholotherapeuten dieses Thema anschneiden. Natürlich muss man differenzieren: Nicht jede Betroffene bzw. jeder Betroffene hat als Kind ein psychisches Trauma erlitten. Es gibt auch ganz andere Gründe für ein RDS - bspw. infektiöser Natur. Weiterhin muss das Trauma nicht die tatsächliche Ursache der Erkrankung sein. Aus Studien wissen wir heute, dass ein solch dramatischer Lebenseinschnitt die Darmflora massiv und dauerhaft verändern kann.

Aus meiner eigenen freien Praxis für Psychotherapie kann ich dennoch nur empfehlen, das Thema zumindest anzuschneiden. Die Betroffenen wissen meist sehr genau, ob das Erlebte sie belastet und wie stark es zu ihrer aktuellen Problemstellung beiträgt.

 

Eine neue Studie aus den USA zeigt wieder einmal deutlich, wie groß die Zusammenhänge eigentlich sind.

 

mehr lesen

Darmsanierung: Wo Probiotika scheitern, hilft die Spezielle Kohlenhydratdiät (SCD)

Die Spezielle Kohlenhydratdiät (SCD) ist die effektivste Darmsanierung, zeigen neue Studien.
Bild: Tim Reckmann / pixelio.de

Seit Jahren versucht uns die Supplementindustrie ihre teils überteuerten und aggressiv beworbenen Probiotika mit dem Argument schmackhaft zu machen, diese würden die gestörte Darmflora "sanieren". Von Produkt A drei Wochen lang jeweils vier Kapseln einnehmen, dann der Wechsel zu Produkt B usw. Klingt verlockend, oder? Wir schlucken einfach ein paar Pillen, ändern nichts an unserem Lebensstil, das aus den Fugen geratene Mikrobiom normalisiert und der Reizdarm bzw. die chronisch-entzündliche Darmerkrankung beruhigt sich. Dieses Szenario hat nur einen Haken: Es funktioniert nicht.

 

Zum einen wirken Probiotika immunomodulatorisch. Dies gilt allerdings nur so lange, wie sie dem Körper zugeführt werden, denn mehrere Studien konnten bereits zeigen, dass sich die lebensfähigen Bakterien nicht dauerhaft im Dickdarm ansiedeln. Ein weiteres Problem ist das schiere Ausmaß der Darmfloraveränderungen, denn RDS- und CED-Patienten fehlen im Durchschnitt etwa 250(!) Spezies. Nun überlegen Sie einmal genau, wie viele Arten ihr letztes teures Probiotikum enthielt.

 

Eine neue Studie zeigte nun, dass die Spezielle Kohlenhydratdiät genau DAS tut, was die Probiotikahersteller für sich beanspruchen, nur dass es tatsächlich wirkt und dabei komplett kostenlos ist. Dieser Mechanismus erklärt wohl die durchschlagenden Erfolge vieler Anwender. (Übrigens haben Probiotika durchaus ihren Sinn, aber ihre Vorteile liegen woanders)

 

mehr lesen

Erste Langzeiterfahrungen mit der low-FODMAP-Diet positiv

Die low-FODMAP-Diät hilft auch noch nach Monaten und Jahren gegen die Symptome Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall beim Reizdarmsyndrom!
Bild: Petra Bork/pixelio.de

Lange Zeit wurde an der low-FODMAP-Diät kritisiert, dass die Wissenschaft noch nicht über ausreichende Langzeiterfahrungen verfüge. Schließlich kennen Forscher den interessanten Effekt, dass nahezu jede Ernährungsumstellung die Beschwerden des Reizdarmsyndroms akut verbessern kann (vermutet wird dahinter ein Plazeboeffekt durch bewussteres Essen, aufmerksamere Auswahl der Lebensmittel und andere Mechanismen). Doch zu den vielen positiven Berichten begeisterter Anwender in Online-Foren und Sozialen Medien gesellt sich nun eine interessante Follow-Up-Studie aus Dänemark, welche Reizdarmpatienten 2-80(!) Monate nach dem Beginn ihrer low-FODMAP-Diät bezüglich ihrer Symptomatik und der Effektivität der Ernährungsumstellung befragte.

 

mehr lesen

Warum wir wollen, dass alle unsere Klienten und Leser BodyBuilding betreiben

Bodybuilding ist gut für den Reizdarm, lindert Stress und Depressionen.
Bild: Tim Reckmann / pixelio.de

Vor einiger Zeit haben wir nach vielfacher Anfrage von vor allem männlichen Lesern einen Artikel bzw. ein Video online gestellt, welche sich damit beschäftigten wie und was man essen sollte, wenn man Kraftsport betreiben will und gleichzeitig unter einem Reizdarmsyndrom leidet. Entgegen unserer ersten Vermutung wird der Artikel erstaunlich oft frequentiert und es trudelten sogar Mails an, welche nach weiteren Details zu Trainingsplanung und Ernährung verlangten. Doch bevor wir auch diese Wünsche erfüllen, möchten wir erst einmal erörtern, warum gerade Bodybuilding bzw. Körperkulturistik wie ich es nenne, eine so tolle Sportart für uns Reizdarmbetroffene ist.

 

Doch zuallererst wird wohl die Frage auftauchen, was gerade mich dazu qualifiziert über dieses Thema zu schreiben. Ich selbst betreibe Kraftsport seit nunmehr 16 Jahren, absolvierte vor meinem Psychologiestudium eine Ausbildung in der Sportphysiotherapie mit zahlreichen Weiterbildungen (MTT, MLD usw.), verfüge über mehrere Trainerscheine und arbeitete nicht zuletzt auf verschiedenen Trainingsflächen. Ach ja, und natürlich passierte das alles mit einem Reizdarmsyndrom ...

 

mehr lesen

Lass dich nicht krank machen!

Das Reizdarmsyndrom wird schlimmer, wenn man fest daran denkt.
Bild: www.jenafoto24.de / pixelio.de

Die vergangene Zeit seit der Jahrtausendwende hat uns Reizdarmpatienten viele wichtige und nützliche Neuerungen gebracht. Neben der low-FODMAP-Diät, den Kenntnissen über Dünndarmfehlbesiedlung und Mikrobiom  und vielen Fortschritten im pharmakologischen Bereich (ich denke da beispielsweise an progressive Medikamente wie Ramosetron in Japan oder Eluxadolin in den USA) wurden vor allem die gastroenterologischen Fachgesellschaften nicht müde den Patienten, Ärzten und anderen Fachkreisen zu erklären, dass es sich bei einem Reizdarmsyndrom nicht um eine Somatisierungsstörung handelt, sondern spezifische Pathomechanismen an Genese und Aufrechterhaltung der Erkrankung beteiligt sind (u.a. Mikroentzündungen, Mastzellabnormitäten, Veränderungen des Mikrobioms mit daraus folgenden Störungen der Hirn-Darm-Achse).

 

Das Reizdarmsyndrom wurde endlich auf eine Stufe mit anderen Darmerkrankungen gestellt und die Betroffenen bekamen nach langem Warten endlich "die Absolution": Du bist körperlich chronisch krank! Natürlich muss ich zugeben, dass dies noch nicht bis zu jedem Arzt durchgedrungen zu sein scheint, aber da heute ohnehin die meisten Patienten lieber ihrer Suchmaschine vertrauen ... (aber das ist ein anderes Thema).

 

mehr lesen

Gluten und unsere Psyche

In wissenschaftlichen Untersuchungen konnte ein deutlicher Zusammenhang zwischen Gluten und Störungen wie Angsterkrankungen/Phobien und Depressionen gezeigt werden.
Bild: bervis / pixelio.de

In unserem kürzlich erschienen Artikel zur wissenschaftlich erwiesenen Möglichkeit der Heilung des Reizdarmsyndroms durch Glutenverzicht haben wir darauf hingewiesen, dass ein absoluter Getreideverzicht für alle Menschen (wie in vielen Bestsellern propagiert) unserer Meinung nach nicht nötig bzw. sinnvoll ist. Eine krasse Ausnahme stellt dabei das Reizdarmsyndrom dar, bei welchem ein Glutenverzicht nach einem halben Jahr zur Normalisierung der Darmbeschwerden in immerhin 37% der Studienteilnehmer führte (siehe Wahnschaffe und Kollegen, 2007). 

 

Nun handelt es sich mit dem Reizdarmsyndrom nicht um einen Einzelfall, denn auch andere Erkrankungen können nachweislich von einer glutenfreien Kost profitieren (u.a. Störungen der Schilddrüse - bspw. bei Hashimoto weisen 43% der Betroffenen Glutenantikörper auf). Da es sich hier aber um einen Blog rund um das Reizdarmsyndrom handelt, möchten wir uns eine Gruppe von Erkrankungen genauer anschauen, welche seit jeher sehr eng mit dem RDS verwoben ist, auch wenn viele Betroffene das nicht so gern hören: die psychiatrischen Störungen von Angst bis Schizophrenie.

 

In ihrem Review aus dem Jahr 2002 kommen Whitehead und Kollegen zu dem Schluss, dass bis zu 94%(!) der von einem Reizdarm betroffenen Menschen unter psychiatrischen Störungen oder auffälligen Symptomen leiden.

 

Wir zeigen Ihnen, wie eine glutenfreie Kost auch auf diesem Nebenkriegsplatz helfen kann.

 

 

mehr lesen

Kapitalismus, Big Pharma & Internet - Wem kann man noch trauen?

Zerstört der Kapitalismus das Recht auf neutrale Information?
Bild: IESM / pixelio.de

Das erste Viertel des Jahres 2016 ist nun fast vorüber und in diesem kurzen Zeitraum haben wir als unabhängiges Informationsportal von Betroffenen für Betroffene immerhin drei "unmoralische Angebote" erhalten. Schon von Anfang an haben wir darauf hingewiesen, dass finanzielle Interessen das Informationsangebot zum Thema Reizdarmsyndrom bzw. Gesundheit allgemein massiv (negativ) beeinflussen. 

Dabei geht der Trend dahin, nach außen hin "neutrale" Expertenseiten zu kreieren und ganz offensiv deren Unabhängigkeit zu betonen. Was bzw. wer eigentlich hinter den vermeintlich "neutralen und unabhängigen" Expertenseiten steckt, erfährt man (wenn überhaupt) erst durch einen genauen Blick ins Impressum der jeweiligen Homepage. Manchmal ist sogar noch etwas Recherchearbeit nötig.

 

Anhand unserer eigenen Erfahrungen möchten wir gern schildern, wie es zur Dominanz bestimmter Informationen kommt und was es mit den "unmoralischen Angeboten" auf sich hat. Wir würden uns besonders freuen, wenn dieser Artikel weit geteilt wird, um möglichst viele Betroffene zu erreichen, damit diese ihre Quellen gezielter hinterfragen können.

 

  

mehr lesen

Low-FODMAP-Diet verringert Histamin aus Mastzellen bei RDS

Inzwischen könnten wir geneigt sein, die low-FODMAP-Diet, also die Reduktion schwer verdaulicher und fermentationsfähiger kurzkettiger Kohlenhydrate zur Linderung von Beschwerden des Reizdarmsyndroms und als Teil der Behandlung bei einer Dünndarmfehlbesiedlung, als alten Hut zu bezeichnen. Kaum ein Patient, welcher nicht bereits von dieser Wunderkur gehört hat, auch wenn dies meist in Foren und Selbsthilfegruppen geschieht, da die Medizinercommunity noch etwas hinterher zu hinken scheint.

 

Doch obwohl diese Ernährungsform seit inzwischen knapp 15 Jahren bekannt ist (nehmen wir den Vorläufer, die "Spezielle Kohlenhydratdiät" mit hinzu - sind es sage und schreibe über 115 Jahre!), verfügen wir weder über empirische Langzeiterfahrungen, noch wissen wir genug über die zugrundeliegenden Mechanismen dieses effektiven diätetischen Ansatzes.

Bisher konnte man in den einschlägigen Ratgebern und Fachartikeln "lediglich" lesen, dass die Reduktion des fermentierbaren Substrates zu weniger Gasbildung und dadurch provozierter osmotischer Effekte führe, was schließlich die Symptomlinderung vor allem bei Durchfällen und Bauchschmerzen erkläre.

 

Eine neue wissenschaftliche Untersuchung zeigte jedoch, dass die low-FODMAP-Diet einen der Hauptpathomechanismen beim Reizdarmsyndrom positiv beeinflusst und erweiterte damit unser bisheriges Blickfeld auf die diätetische Basistherapie.

 

 

mehr lesen

Glutenfreie Ernährung kann ein Reizdarmsyndrom mit Durchfall (RDS-D) HEILEN!

Gluten ist für Patienten mit Reizdarmsyndrom und Durchfall bzw. chronischen Durchfall pures Gift!
Bild: Yvonne Voigt / pixelio.de

Inzwischen können wir kaum noch zählen, wie oft und ausführlich wir schon auf die positiven Effekte einer glutenfreien Kost beim durchfallbetonten Reizdarmsyndrom bzw. bei chronischem Durchfall allgemein hingewiesen haben. So finden sich auf unserem Infoportal u.a. ein Interview mit dem Experten Professor Schulzke oder eine ausführliche Kritik der Hypothese, dass für diese Symptomreduktionen nur FODMAPs verantwortlich seien.  

Dennoch sind unserer Erfahrung nach nur sehr wenige Leser und Mitbetroffene bereit, diesen Schritt zu gehen und einmal probeweise langfristig auf Gluten zu verzichten. Die Betonung liegt dabei auf dem Wörtchen langfristig, denn in den vorliegenden wissenschaftlichen Untersuchungen dauerte es mitunter ein halbes Jahr, bis sich die Stuhlfrequenz und -konsistenz normalisierte. Ist diese Herausforderung vielleicht zu groß für Sie? Dann sollten Sie das noch einmal bedenken, denn es winkt nicht weniger als die Heilung des Reizdarmsyndroms bzw. des chronischen Durchfalls, auch wenn dies nach Meinung vieler Ärzte ja gar nicht möglich ist.

 

Im heutigen kurzen Blogpost soll es deshalb einmal nicht so ausführlich um Gluten und Amylasetrypsininhibitoren (ATI) etc. gehen. Sondern wir werden auf zwei Studien eingehen, welche enorme Erfolge (mit kompletter Beschwerdefreiheit bei einem Teil der Teilnehmer) berichten. Vielleicht motiviert das doch noch den einen oder die andere mit uns in der "glutenfrei-Ecke" des Supermarktes zu shoppen. ;)

 

 

mehr lesen

Gibt es eine Reizdarm-Persönlichkeit?

Gibt es eine Reizdarm-Persönlichkeit? Ja, meinen die Wissenschaftler!
Bild: Segovax via pixelio.de

Als Selbstbetroffener und Psychologe, welcher u.a. mit funktionellen Magen- und Darmstörungen arbeitet, interessiert mich natürlich brennend die Frage, ob es so etwas gibt wie eine "Reizdarm-Persönlichkeit". Schon früh während meiner Fokussierung auf den Schwerpunkt Reizdarmsyndrom kam ich mit Hypothesen in Kontakt, dass Reizdarmbetroffene von einer bestimmten Persönlichkeitsstruktur geprägt seien, etwa das ein Großteil von ihnen versuche, es anderen in der Familie oder auf Arbeit um jeden Preis recht zu machen bzw. zu "duckmäusern" und dabei ihre eigenen Vorstellungen und Ideale zu unterdrücken. Auf diese Vorstellungen traf ich nicht nur innerhalb der Psychoanalyse, sondern bspw. auch im von mir verwendeten Leitfaden für Kognitive Verhaltenstherapie beim Reizdarmsyndrom nach Prof. Dr. Brenda Toner. Häufig waren es klinische praktische Erfahrungen, welche die Forscher zu ihren Schlüssen bewegten, doch waren diese Aussagen denn dann gerechtfertigt? Schließlich klingt es mehr als plausibel, dass sich eher RDS-Leidende in psychotherapeutische Behandlung begeben würden, welche eben selbst um ihre psychischen Besonderheiten wissen. Darf man von dieser Gruppe auf die Grundgesamtheit aller Betroffenen schließen?

 

Was sagt denn die Wissenschaft zu diesem äußerst interessanten Thema?

 

 

mehr lesen

Ramosetron wirkt auch bei Frauen mit Durchfall!

Ramosetron ist ein Serotonin-Rezeptorantagonist und hilft bei Reizdarm mit Durchfall.

In unserem Artikel zu Pathomechanismen und Behandlung des durchfallbetonten Reizdarmsyndroms sind wir u.a. auf die medikamentösen Möglichkeiten das enternische Nervensystem zu beeinflussen eingegangen. Zu diesem Zweck werden heute hauptsächlich sog. Serotonin-Rezeptorantagonisten eingesetzt. Diese Wirkstoffgruppe hemmt aktiv das Erbrechen und wird aus diesem Grund u.a. in der Begleitung einer Chemotherapie eingesetzt. Außerdem verlangsamen die Medikamente den Transport des Stuhls, verlängern somit die Transitzeit und dem Stuhl kann mehr Wasser entzogen werden. Ein beschleunigter Transit ist einer der Hauptmechanismen bei RDS-D.

 

mehr lesen

Chronischer Durchfall, weicher oder breiiger Stuhl, RDS-D: Ursachen und Behandlung im Jahr 2016

Reizdarmsyndrom Durchfall (RDS-D), chronischer Durchfall, weicher bzw. breiiger Stuhlgang gehören zu den häufigsten funktionellen gastrointestinalen Erkrankungen. In diesem Artikel zeigen wir den aktuellen Forschungsstand zu Ursachen und Behandlung.
Bild: Regina Steinhauser / pixelio.de

Durchfall (Diarrhea) gehört zu den zehn häufigsten Erkrankungen der westlichen Welt. Der typische Erwachsene in den USA wird beispielswiese durchschnittlich 4x pro Jahr von "Montezumas Rache" heimgesucht (nach National Digestive Diseases Information Clearinghouse). Jeder kennt die unangenehmen Begleiterscheinungen dieses Symptoms (oft infektiöser Natur): Wunder Po, Bauchkrämpfe, Erschöpfung, Dehydration, Nährstoffverluste, Kopfschmerzen, mangelnder Appetit. Für die allermeisten Menschen ist es mit Schonkost und Bettruhe getan, während andere auf ein Antibiotikum oder ähnliche Medikamente angewiesen sind.

Für einen weiteren Teil der Menschheit wird der Durchfall allerdings zu einem täglichen Albtraum, welcher das gesamte Sozialleben und Wohlbefinden drastisch negativ beeinflussen kann. Kennen Sie vielleicht das Gefühl im Verkehr festzustecken, in der Vorlesung oder einer Konferenz zu sitzen und ein "ungutes Gefühl" macht sich in Ihren Eingeweiden breit? Dann wissen Sie, welche Panik Millionen Menschen in Deutschland täglich erleiden, denn vom so genannten Reizdarmsyndrom sind etwa 12 bis 14% der Gesamtbevölkerung betroffen (siehe Canavan und Kollegen, 2014), während diese Zahl in den kommenden Jahren weiter ansteigen dürfte. Auf letzteres deuten u.a. Erhebungen an deutschen Schülern hin, bei welchen die Rate bereits über 18% lag (Gulewitsch und Kollegen, 2011). Der durchfalldominante Subtypus bildet mit 40% der betroffenen Reizdarmpatienten einen gewaltigen Anteil (Lacy, 2016). Veranschlagen wir die niedrigeren Zahlen, so wären dies immerhin noch 3,8 Millionen Menschen in Deutschland allein.

 

Wurden die Patienten in den letzten beiden Jahrzehnten noch mit dem Spruch "damit müssen Sie einfach leben lernen" und einer Packung Loperamid abgespeist, dringen nun immer mehr neue Erkenntnisse und Pathomechanismen ans Licht. Und durch diesen wünschenswerten Effekt ändern sich auch langsam aber sicher die vorhandenen Behandlungsansätze.

 

Dieser Artikel soll Ihnen nun einen Überblick über die aktuell diskutierten Ursachen und Therapiemöglichkeiten des chronischen Durchfalls liefern. Wir orientieren uns dabei an dem Review von Professor Dr. Brian Lacy aus dem Jahre 2016.

 

PS: Die Abhandlung der Pathomechanismen ist der Natur dieser Sache recht trocken und theoretisch. Wenn Ihnen das nötige Interesse oder die Zeit fehlt, dann empfehlen wir Ihnen, gleich zu den Behandlungsmöglichkeiten zu scrollen.

 

mehr lesen

Mitbestimmen: Wohin geht unser YouTube-Projekt?

Liebe LeserInnen,

 

für das Jahr 2016 haben wir uns ja unter anderem vorgenommen, unseren YouTube-Kanal zu beleben. In den letzten Tagen gab es deshalb auch schon einige neue Videos zu verschiedenen Themen rund um das RDS.  

Um die Inhalte des Kanals aber für Euch noch interessanter und vor allem relevanter zu gestalten, sind wir auf Eure Mithilfe angewiesen!

 


mehr lesen

Reizdarmsyndrom bald keine Ausschlussdiagnose mehr: Neue Biomarker entdeckt und validiert

Das Ende der Ausschlussdiagnose: Das Reizdarmsyndrom kann bald via einfachem Bluttest diagnostiziert werden!
Bild: Heiko Stuckmann via pixelio.de

Wenn Sie diese Zeilen lesen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Sie selbst oder ein Verwandter/Bekannter unter dem Reizdarmsyndrom leiden. Um diese Diagnose zu erhalten, mussten Sie oder Ihre Angehörigen nicht nur den klassischen Symptomkomplex (ein Syndrom) zeigen, sondern durften auch keine Red Flags (Blut im Stuhl, nächtliche Durchfälle usw.) aufweisen und mussten zahlreiche unangenehme Untersuchungen (Magen- und Darmspiegelungen, Kapselendoskopie etc.) über sich ergehen lassen, um alternative bedrohlichere Krankheiten (Karzinoide, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, Zöliakie) als Ursache ihrer Beschwerden auszuschließen. Dieses Vorgehen wird auch als Ausschlussdiagnose bezeichnet - Krankheiten x,y,z sind nicht für die Symptome verantwortlich, aber die klinischen Anzeichen sind erfüllt.

 

Dies könnte sich in naher Zukunft drastisch ändern, denn obwohl die Wissenschaft schon lange nach Biomarkern (also etwa nachweisbaren biochemischen Veränderungen im Blut) von Reizdarmpatienten sucht, um die Diagnose zu erleichtern, scheint ihnen erst jetzt der Durchbruch gelungen zu sein.

 

mehr lesen

Der IgG-Test beim Reizdarmsyndrom: Geldmacherei oder hilfreiches Werkzeug?

Zum so genannten "IgG-Test" auf Lebensmittelallergien beim Reizdarmsyndrom findet man praktisch nur zwei Meinungen:

 

  1. IgG-Tests sind beim Reizdarmsyndrom absolut überflüssig. Ihre Aussagekraft für das therapeutische Vorgehen liegt bei Null. Ihre einzige Existenzgrundlage ist das finanzielle Gewinnstreben von Heilpraktikern und Privatlaboren.
  2. IgG-Tests sind gerade beim Reizdarm unverzichtbar! Meidet man die Lebensmittel mit erhöhtem Potenzial nicht via einer Rotationsdiät, schädigt man den Körper sogar noch weiter und gerät in einen Teufelskreislauf.

So weit, so bekannt. Interessant wird es für uns aber eigentlich erst, wenn wir nachhaken, worauf sich diese beiden Extrempole berufen. Erstere Meinung ist zumeist das Ergebnis einer kurzen Google-Recherche. Tippt man nämlich "IgG-Test und RDS" oder ähnliche Termini ein, finden sich weit oben in den Suchergebnissen Stellungnahmen von Gastroenterologen und Allergologen, dass diese Tests blanker Unsinn seien. Diese Meinung bekommen interessierte Patienten auch oft von ihrem behandelnden Arzt zu hören.

Die zweite Aussage findet sich natürlich sehr häufig auf den Internetseiten und in den Infobroschüren der Anbieter. Das ist natürlich logisch, denn diese haben ein besonderes Interesse, diese Tests möglichst breit zu vermarkten. Schließlich schlägt ein solcher Test, je nach dem Umfang getesteter Lebensmittel, mit Summen von 100 bis 800€ zu buche.

 

Beide Seiten beziehen sich also oft nicht auf wissenschaftliche Untersuchungen. Dabei gibt es diese durchaus. Einige davon möchten wir Ihnen heute vorstellen, damit Sie eine differenzierte und auf Fakten basierende persönliche Entscheidung über Sinn und Unsinn dieser Methode fällen können.

 

mehr lesen

Warum Antibiotika zur Behandlung der Dünndarmfehlbesiedlung und des Reizdarmsyndroms keine gute Idee sind

Antibiotika bei Dünndarmfehlbesiedlung? Viele gute Gründe sprechen dagegen.
Bild: Tim Reckmann via pixelio.de

Kommt der Reizdarmpatient endlich in die Hände eines progressiven Gastroenterologen, wird er sehr wahrscheinlich auch anhand eines Glukose- und/oder Laktuloseatemtests auf das Vorliegen einer Dünndarmfehlbesiedlung (kurz DDFB; engl. small intestinal bacterial overgrowth - SIBO) untersucht.

Die Chancen auf einen positiven Befund sind dabei hoch, denn in Studien wurden an Reizdarm-Betroffenen Raten bis zu gewaltigen 85% der Probanden verzeichnet (siehe bspw. Bures und Kollegen, 2010).

 

Lassen wir die Problematik der Atemgastestinterpretation (welche Kurven werden als DDFB verstanden) und des Ursache-Wirkungs-Prinzips (Entwickeln Reizdarmpatienten eher eine Dünndarmfehlbesiedlung ODER haben sie einen Reizdarm gerade weil sie eine solche Fehlbesiedlung haben?) außen vor. Fakt ist, dass sich die Symptome des Reizdarms durch die Reduzierung bzw. Elimination der Dünndarmfehlbesiedlung erheblich bessern (u.a. Ghoshal und Kollegen, 2016). Zu diesem Zweck ist das Verschreiben eines Breitbandantibiotikums das Mittel der Wahl für viele Mediziner.

 

Warum diese Idee aber nicht unbedingt die beste sein muss, besprechen wir in diesem Artikel.

 

mehr lesen

Reine Männersache Teil II: Erektile Dysfunktion und Reizdarmsyndrom

Mit dem Reizdarm hängen auch sexuelle Dysfunktionen bzw. Störungen zusammen, u.a. vorzeitiger Samenerguss (PED) und Erektile Dysfunktion (ED).
Bild: Wolfgang Dirschl via pixelio.de

In unserem ersten Artikel über Männergesundheit im Zusammenhang mit dem Reizdarmsyndrom berichteten wir, dass die Betroffenen auch nach Korrektur für Begleiterkrankungen übermäßig häufig über Premature Ejaculation (also den frühzeitigen Samenerguss) klagen.

Nach der Veröffentlichung ließ sich ein sehr interessantes Phänomen beobachten, denn der Artikel wurde von unserer Leserschaft "links liegen gelassen". Es gab weder Kommentare in den Sozialen Netzwerken noch Leserbriefe. Hatte die angesprochene Studie kein Interesse geweckt?

Demgegenüber stand aber die recht hohe und beständige Zahl an Zugriffen, so dass wir vermuten müssen, dass es sich einfach um ein zu sensibles Thema handelt. Dies wird bei dem heutigen Beitrag wohl nicht viel anders werden. Denn neben dem frühzeitigen Samenerguss ist mit einem Reizdarm auch das Risiko an einer erektilen Dysfunktion zu leiden stark erhöht.

 

Wir stellen hier die relevanten Untersuchungen vor. Keine Sorge: Es wird auch einen "Reine-Frauen"-Sache Part geben.

 

mehr lesen

Reizdarm-Diäten: Zu einseitig, zu wenig Ballast- und Nährstoffe?

Alt und glücklich trotz oder gerade wegen der Reizdarm-Ernährung?
Bild: Jerzy@pixelio.de

Häufig fragen uns unsere Leser, aber besonders auch besorgte Kollegen (Ernährungsberater, Heilpraktiker etc.) nach den gesundheitlichen Auswirkungen der modernen Reizdarm-Diäten. Das low-FODMAP-Konzept, die Fast Tract Diet und auch unser Therapieleitfaden reduzieren fermentierbare Substrate wie eben FODMAPs, Ballaststoffe, resistente Stärke usw.; aber auch problematische Proteine und entzündungsfördernde Nahrungsmittel.

Übrig bleibt eine für viele Menschen der westlichen Welt "eintönige" Diät aus Fleisch, Fisch, Innereien, Knochenbrühen, Reis, Kartoffeln, FODMAP-armen Gemüse, gesunden Fetten, Kräutern und in geringerem Umfang Obst, Nüssen, glutenfreiem Pseudogetreide, laktosefreien Milchprodukten und Eiern. Die Attribute "eintönig" oder gar "geschmacksfrei" verlieren sich im Laufe der Zeit, denn hat man erst einmal Erfahrungen mit neuen Rezepten etc. gesammelt, sind die Kombinationen der angeführten Lebensmittel schier grenzenlos. Selbst Backwaren etc. sind dann kein Thema mehr. Hier lohnt es sich, etwas Geld in einige Kochbücher der Steinzeit- bzw. Paleoernährung, bzw. der asiatischen Küche zu investieren. Einige Vorschläge werden wir Ihnen am Ende dieses Artikels unterbreiten.

 

"Schön und gut, aber wie sieht es denn nun mit den gesundheitlichen Auswirkungen aus?", hören wir Sie schon fragen. Wir alle kennen schließlich die Empfehlungen u.a. der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) - mehr Vielfalt, mehr Ballaststoffe! Und auch die meisten alternativen Autoritäten in der großen Welt der Ernährung von Dr. M.O. Bruker bis hin zu den Rohköstlern empfehlen ein MEHR.

 

Um diese Frage zu beantworten reicht manchmal ein klarer Blick in unsere Welt ...

 

mehr lesen

Lesermeinungen zu unserem Therapieleitfaden: the good, the bad and the ugly.

Unser Therapieleitfaden - Die große Reizdarm-Kur - Was sagen die Leser?

Seit September bieten wir unsere Behandlungskonzepte und -ansätze in komprimierter Form zum Download an. Inzwischen haben etwa 150 Leser die Chance ergriffen damit zu experimentieren und viele von ihnen haben uns auch ihr Feedback via Mail und Kontaktformular zukommen lassen. Dafür schon einmal recht herzlichen Dank, denn nur durch diese Rückmeldungen können wir unsere Arbeit stetig verbessern und die für Sommer geplante Neuauflage noch verständlicher und praxisnäher gestalten. Diese zweite Version wird übrigens für die Leser der Urfassung kostenlos zum Download bereit stehen!

 

Wer jetzt noch gar nicht weiß, um was es sich bei unserem Therapieleitfaden genau handelt, dem empfehlen wir diesen kurzen Überblick. Der heutige Artikel soll dabei den Zweck erfüllen Anmerkungen, Lob und Kritik der ersten Leser darzustellen. Wir hoffen, dass dadurch vielleicht noch transparenter wird, wer von diesem Büchlein profitieren kann und wer vielleicht eher Abstand nehmen sollte.

 

mehr lesen

RDS-Patienten haben ein erhöhtes Risiko für Altersdemenz und Epilepsie

Reizdarm - ein Risikofaktor für Demenz
Bild: angieconscious@pixelio.de

Liebe LeserInnen,

 

wie lange wird uns das Reizdarmsyndrom eigentlich von den Medizinern schon als harmloses Anhängsel verkauft? Und wie lange wird das wohl in Zukunft noch der Fall sein? Wir müssen uns doch lediglich einmal zusammen reißen, die Kollegen kommen ja schließlich auch auf Arbeit, wenn es mal etwas zwickt und zwackt. Zumindest aber müssen wir lernen, mit unseren Beschwerden zu leben. Dann kann es eben nicht die gewünschte Karriere, das geliebte Hobby oder der Traumpartner sein. Sie können eben nicht einfach einmal im Restaurant in Spanien essen. Da müssen wir eben bescheiden sein! Nehmen Sie doch einfach eine Tupperdose mit Reis mit ... Am RDS stirbt schließlich niemand.

 

Wenn Ärzte und Umfeld schon nicht an die Intensität unserer Beschwerden glauben wollen, dann helfen ihnen vielleicht die vielen Untersuchungen, die zeigen, dass das Reizdarmsyndrom ein großer Risikofaktor für Erkrankungen ist, welche in der Regel etwas ernster genommen werden. Früher waren dabei besonders die psychiatrischen Komorbiditäten im Blickfeld - Depressionen, Soziale Phobie, Generalisierte Angststörung, Substanzmissbrauch. Doch in den vergangenen Monaten und Jahren kamen immer weitere Erkrankungen ans Licht, bei welchen das RDS einen Risikofaktor darstellt.

 

mehr lesen

Vitamin-D II: Verminderte Lebensqualität bei RDS durch Mangel?

Vitamin D hilft beim Reizdarmsyndrom!
Bild: Dr. Klaus-Uwe Gerhardt @ pixelio.de

In einem vergangenen Blogpost hatten wir beschrieben, dass mehr als vier von fünf(!) Betroffenen mit einem Reizdarm unter einem Vitamin-D-Mangel leiden und damit eine deutliche Risikogruppe darstellen. Dieser Themenkomplex befindet sich allerdings wissenschaftlich noch in einer Grauzone. Weder ist bekannt, warum wir eher diesen Mangel haben als "normale" Menschen (Gehen wir seltener an die frische Luft? Ist es ein Absorptionsproblem?), noch wissen wir, ob eine Supplementation auch Einflüsse auf den Reizdarm zeigt. Gewiss ist nur, dass wir durch ein ordentliches Level an Vitamin-D das Risiko für viele Krankheiten, darunter auch verschiedene Krebsleiden, Depressionen und Autoimmunstörungen, deutlich senken und die klassische Erschöpfungssymptomatik beim RDS lindern können.

 

Wie sich eine gezielte Vitamin-D-Gabe auf Reizdarmpatienten auswirkt, war nun erstmals Kern einer wissenschaftlichen Studie.

 

mehr lesen

Fröhliche Weihnachten und ein gesundes Jahr 2016!

Liebe Leser, liebe Klienten,

 

heute möchten wir die Gelegenheit nutzen, um Ihnen allen ein wunderschönes Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Liebsten und auch einen guten Rutsch ins neue Jahr zu wünschen! Passen Sie aber bitte auf, dass Sie nach den Feiertagsschlemmereien nicht so enden, wie unser Weihnachtsmann hier links im Bild!

 

Das Ende eines alten Jahres ist für viele von uns auch ein Neubeginn und wir möchten Sie in gewohnter Manier gern bei eben jenem begleiten. So wird es auch im Jahr 2016 neben neuen interessanten Artikeln nützliche Downloads und Videos geben, damit Sie Ihrem gereizten Darm endlich Lebewohl sagen können. In diesem kurzen Blogartikel wagen wir deshalb schon eine kleine Vorausschau auf das kommende Jahr.

 

mehr lesen

Teaser: Reizdarmsyndrom und Vorzeitiger Samenerguss/ Premature Ejaculation (PE)

Reizdarmsyndrom und vorzeitiger Samenerguss, gibt es einen Zusammenhang?
Bild: Bianca Schütte via pixelio.de

Meine männlichen RDS-Klienten sprechen mich mit etwas Zurückhaltung bzw. Scheu, aber einer erschreckenden Regelmäßigkeit, auf sexuelle Probleme an. Meistens geht es dabei um den vorzeitigen Samenerguss (Fachbegriff: Premature Ejaculation Disorder - kurz: PE[D]). Aber auch allgemeiner Libidoverlust oder Erektionsstörungen gehören zu den häufiger berichteten Beschwerden.

 

Dabei sollten meine Klienten und Leser wissen, dass ich als Psychologe und Coach auch für dieses Thema offen bin, denn auch bei psychiatrischen Störungen wird das Sexualleben häufig negativ beeinträchtigt - sei es durch chronischen Stress, Neurotransmitterabweichungen oder natürlich verschiedenste Medikamente (SSRIs und TZAs anyone?). Und natürlich ist unser sexuelles Wohlbefinden ein enormer Faktor für körperliche und psychische Gesundheit!

 

In den vergangenen Wochen widmete ich mich also dem Themenkomplex Reizdarmsyndrom und Vorzeitiger Samenerguss. Zum Einstieg in dieses Thema möchte ich heute eine interessante Studie vorstellen. Kleiner Hinweis: Diese Problemstellung passt sehr gut zu unserem Angstartikel vor wenigen Tagen.

 

mehr lesen

Angsterkrankungen und Reizdarm: Eine Übersicht

Angsterkrankungen und das Reizdarmsyndrom sind fest miteinander verwachsen
Bild: Femek@pixelio.de

Welche Rolle spielen Angsterkrankungen bei der Pathogenese des Reizdarmsyndroms?

 

Bei der Beantwortung dieser Frage gehen die Meinungen der Betroffenen, aber auch der Ärzte und Psychologen weit auseinander. Unumstößlich scheint dabei nur der Fakt zu sein, dass unter Reizdarmleidenden vermehrt Angst, Stresserleben, Sorgen und Neurotizismus gemessen werden.

Für die einen ist das die logische Folge einer chronischen Erkrankung, welche das Berufs- und Sozialleben der Betroffenen massiv einschränkt (meist die Sicht der Betroffenen selbst). Viele Forscher halten mit Ergebnissen gegen, wonach besonders ängstliche Menschen (oder allgemein Personen mit psychiatrischen Diagnosen) eher einen Reizdarm entwickeln (etwa nach einer akuten Darminfektion). Aus diesem Grund wurde sogar einmal diskutiert, das Reizdarmsyndrom den affektiven Störungen zuzuordnen(!).

 

In einer neuen interessanten Forschungsarbeit stellen die Wissenschaftler Popa und Dumitrascu die zentralen Ergebnisse der letzten zehn Jahre zu diesem Themenkomplex vor. Ich habe einige der interessantesten Fakten für meine Leser übersetzt und zusammengefasst, denn ich glaube, dass diese für Betroffene genauso interessant sein dürften, wie für mich als Psychologen mit dem Schwerpunkt RDS, geben sie doch einen tieferen Einblick in dieses kontrovers diskutierte Thema.

 

mehr lesen

Kritisch betrachtet: Ozovit gegen Clostridien?

Ozovit gegen Clostridien bei Reizdarm?

Bei der Durchsicht der Unterlagen meiner Klienten stoße ich regelmäßig auf das Mittel Ozovit, welches von diesen zur "Darmsanierung" und besonders zur "Abtötung" bzw. "Eindämmung" der Clostridien spp. eingesetzt wird. In den vergangenen Wochen habe ich vermehrt zu dem frei verkäuflichen Medikament recherchiert, das besonders von Heilpraktikern und naturheilkundlich orientierten Ärzten empfohlen wird.

 

Dieser Artikel soll Antworten auf die drängenden Fragen geben, ob Ozovit zum Zweck der Darmsanierung wirklich geeignet ist, ob es evtl. unerwünschte Wirkungen provoziert und wie wissenschaftlich haltbar der vermutete Wirkmechanismus ist.

 

mehr lesen

Welches ist die beste Therapie beim Reizdarmsyndrom?

Pfefferminzöl half gegen Reizdarm in Studien besser als viele verschreibungspflichtige Medikamente
Bild: Andreas Hermsdorf @ pixelio.de

Immer wieder werde ich gefragt, welches die wirkungsvollste oder beste Therapie bzw. Behandlungsmethode bei einem Reizdarmsyndrom sei. Darauf kann es eigentlich nur eine Antwort geben:

 

Das Reizdarmsyndrom ist eine komplexe Erkrankung mit teilweise sehr unterschiedlichen Schweregraden und Ursachen. "Die" Therapieoption, welche also jedem Betroffenen hilft, kann es also gar nicht geben! Vielmehr hängt diese vom Subtyp (also bspw. Durchfall vs. Verstopfung), den individuellen Ursachen (Dünndarmfehlbesiedlung, chronisch-aktive Infektion, Glutensensitivität etc.) und auch den spezifischen Pathomechanismen ab, welche die Krankheitslast verstärken (Copingstil, Vermeidungsverhalten usw.) Eine Therapie muss also immer holistisch und auf den einzelnen Patienten abgestimmt erfolgen.

 

An letzterem Punkt scheitern meiner Einschätzung nach viele behandelnde Ärzte. Eine komplexe Erkrankung wie das Reizdarmsyndrom lässt sich eben nicht nach Lehrbuch behandeln (Blutwert x erhöht -> gebe Substanz y).

 

Doch was sagen eigentlich wissenschaftliche Untersuchungen? Gibt es eine Therapie, die sich als besonders wirkungsvoll herausgestellt hat, oder besonders vielen Betroffenen Linderung verschafft? Ja, das ist tatsächlich der Fall und ich verspreche Ihnen, dass Sie überrascht sein werden!

 

mehr lesen

Ballaststoffe sind ein Grund und keine Lösung für Verstopfung!

Ballaststoffe sind ein Grund für Verstopfung beim Reizdarm
Wolfgang Dirschl @ pixelio.de

In den letzten Wochen trudelten gehäuft Beschwerden in unserer Online-Redaktion ein. Die E-Mails hatten eigentlich immer den selben Subtext:


"Warum geht es in euren Artikeln eigentlich immer um Durchfall? Der Verstopfungstyp innerhalb des Reizdarmsyndroms ist ebenso häufig und wahrscheinlich genauso einschränkend. Wir würden uns also ebenfalls über hilfreiche Artikel freuen!"


Nach dem Lesen dieser Mails mussten wir erst einmal ganz tief Luft holen, denn unsere lieben Leser hatten absolut recht! Wir hatten einen Teil unserer Community einfach mal so "unter den Tisch fallen lassen". Das geschah natürlich nicht aus böswilliger Absicht, sondern ist viel eher dem Umstand verschuldet, dass der (Haupt-)Autor dieser Seiten und seine Gastautoren allesamt zum Durchfalltyp gehören und auch unsere Klienten fast immer mit Durchfall zu kämpfen haben.


Doch wir geloben Besserung und werden den Verstopfungstyp in Zukunft konsequenter in den Fokus unserer Aufmerksamkeit rücken. Heute möchten wir beginnen, indem wir einen besonders hartnäckigen Mythos zertrümmern.


mehr lesen

Reizdarm und Kraftsport bzw. Bodybuilding - Was kann und soll ich essen?

Stark trotz Reizdarm: Dafür muss die Ernährung stimmen!

Als ambitionierter Kraftsportler (früher Kraftdreikampf, heute Crosstraining), Sporttherapeut und "Reizdarmberater" bekomme ich diese eine Frage ganz besonders häufig gestellt:


Wie kann ich genügend Kalorien und Protein zu mir nehmen, damit ich mehr Muskeln aufbaue, Kraft für ein anstrengendes Kniebeugentraining habe, noch mehr Fett verliere etc., wenn doch mein Darm nach jeder Mahlzeit um Gnade winselt oder Übelkeit und Blähungen mich am Essen hindern?


 Da ich diese Frage(n) vor einigen Jahren für mich selbst beantworten musste, möchte ich meinen sportbegeisterten Lesern heute einen kleinen Leitfaden anbieten, welcher besonders durch persönliche Erfahrungen in meinem Trainingsalltag und meiner Beratungspraxis geprägt wird.


mehr lesen

Post-Scriptum: B-GOS - Anwendung, Dosierung etc.

geschmacksneutrales, gut lösliches und hitzeresistentes Pulver, kann in Getränke und Speisen eingerührt werden

 

Tagesdosis ist ein Sachet, Doppelpackung hält also zwei Monate, die Studie an RDS-Patienten dauerte 12 Wochen


B-GOS zählt nicht zu den FODMAPs, darf also während der Diät supplementiert werden



mehr lesen

Durchfälle lindern, Ängste Reduzieren, Bauchschmerzen beruhigen - Ein neues Präbiotikum mit beeindruckenden Studienergebnissen

Ein besonders Präbiotikum beruhigt den Reizdarm!
Jörg Brinckheger @ pixelio.de

Wenn Sie unsere Arbeit schon seit einiger Zeit verfolgen, dann wissen Sie, dass wir eigentlich nicht die Typen für reißerische Schlagzeilen sind. Wir glauben schlicht und ergreifend nicht an die "Wunderpille", welche unsere Beschwerden mit einem Mal hinweg fegt, sondern vertreten einen ganzheitlichen Ansatz, welcher Ernährung, Lifestyle, Supplemente und Psyche verbindet und somit langfristig zu stabilen und wirklichen Verbesserungen führt. Letzteres können wir anhand unserer Klienten und der bisherigen Reaktionen auf unser E-Book nur unterstreichen (doch dazu mehr im nächsten Blogartikel).


Vor einigen Monaten schienen wir aber auf ein wirkliches Goldstück gestoßen zu sein. Es handelt sich um ein in Deutschland noch recht unbekanntes Präbiotikum (richtig, kein Probiotikum), dessen Studienlage so beeindruckend war, dass wir es an unseren Klienten ausprobierten. Obwohl wir noch nicht genügend praktische Erfahrung mit dem Produkt haben, möchten wir Ihnen hier einige der interessanten Untersuchungen vorstellen, mit denen wir uns in den vergangenen Wochen und Monaten intensiv auseinandergesetzt haben.


mehr lesen

Studie zeigt: Drei von vier Reizdarmpatienten haben ein Fermentationsproblem

Fruktose, Laktose, resistente Stärke, Zuckeralkohole und Ballaststoffe überfordern den Reizdarm
Bildquelle: angieconcious @ www.pixelio.de

Inzwischen hat es sich ja auch bis zum allerletzten Allgemeinarzt herumgesprochen: Die Unverträglichkeit von Frucht- oder Milchzucker (auch Laktose-/Fruktosemalabsorption) ist eine gängige Problematik bei den Betroffenen mit Reizdarmsyndrom. Leider wird noch zu häufig angenommen, dass mit dem Verzicht auf das jeweils positiv getestete Lebensmittel auch der "Reizdarm" verschwindet. Doch das ist leider nur sehr selten der Fall.


Eine wissenschaftliche Untersuchung zeigt nun erstmals an einer sehr großen Versuchsgruppe mit funktionellen Reizdarmbeschwerden, wie extrem der Zusammenhang zwischen Malabsorption, dem Reizdarm und Fermentationsprozessen wirklich ist.


mehr lesen

Wissenschaftliche Fallstudie: SCD Wirkt bei Colitis Ulcerosa

Elaine Gottschall, MSc, "Mutter" der Speziellen Kohlenhydratdiät
Elaine Gottschall, MSc, "Mutter" der Speziellen Kohlenhydratdiät

Während die Spezielle Kohlenhydratdiät (SCD) schon seit Jahrzehnten von Patienten mit Reizdarmsyndrom, Colitis ulcerosa, Morbus Crohn und Zöliakie gepriesen wird, taten sich praktizierende Ärzte und mit dem Thema Darmgesundheit befasste Wissenschaftler eher schwer mit einem klaren Statement. Letztere beiden Gruppen verwiesen die Diät sogar häufig in den Bereich der "Schlangengifte und Handaufleger" und warnten ihre Patienten vor der Ernährungsumstellung nach Regeln der SCD.

Doch in den vergangenen Jahren häuften sich die wissenschaftlichen Bestrebungen, um den vielen postulierten Erfolgsgeschichten auf den Grund zu gehen. Deshalb wissen wir heute nicht nur dass, sondern auch warum die Spezielle Kohlenhydratdiät funktioniert. Auf diesem Blog haben wir bereits zahlreich über die SCD und durchgeführte Studien berichtet, bspw. hier, oder hier.


Heute möchten wir Ihnen eine Fallstudie mit ausgeprägter Colitis ulcerosa vorstellen, welche erneut einen Funken Evidenz zum Gesamtbild hinzufügt.


mehr lesen

Katzen- und Hundekontakt im Kleinkindalter modulieren die Darmflora

Bildquelle: Reni Hahn @ pixelio.de
Bildquelle: Reni Hahn @ pixelio.de

Vielleicht haben Sie auch schon einmal irgendwo gelesen oder gehört, dass wir unsere Babys und Kleinkinder möglichst weit weg von behaarten Vierbeinern halten sollten? Fast jede Mutter oder Oma der vergangenen Generation kennt noch diese "Weisheit".

Die Idee dahinter war, dass der frühzeitige Kontakt mit Katzen, Hunden und anderen Haustieren die Kinder einem erhöhten Allergierisiko im späteren Leben aussetzen könnte.


Allerdings zeigten große epidemiologische Studien nicht nur, dass diese Sorge unbegründet ist. Aufgrund der Daten wäre es nämlich sogar gerechtfertigt, den Schluss einfach umzudrehen: Der Kontakt zu behaarten Haustieren in der Kindheit schien sogar vor Allergien zu schützen und war in den Datenanalysen ein bedeutender Prädiktor.


Eine neue Studie aus Finnland konnte nun einen möglichen Mechanismus aufzeigen, der dafür verantwortlich sein könnte.


mehr lesen

Was wir von Baby-Koliken lernen können

Verzweiflung oder Entspannung? ;)
Verzweiflung oder Entspannung? ;)

Nach meinem Urlaub gibt es nun endlich wieder einen Blogpost und ich werde mich auch nach und nach allen eingegangenen E-Mails stellen, versprochen!

Wie Sie nur unschwer auf dem Bild links erkennen können, nutzte ich den Aufenthalt in den Alpen (zugegeben mit Hilfe von etwas Nachdruck seitens der Familie ...) auch zu psychotherapeutischen Zwecken. Denn das Fahren mit einer Bergseilbahn, oder wie ich es nenne, "der viel zu lange dauernde Höllenritt in einer schaukelnden Rattenfalle mit schlechter Luft, zu vielen Menschen auf engstem Raum und ohne jegliche Fluchtmöglichkeit bei ständigen unvorhersehbaren Pannen - Steckenbleiben", gehört auch in meinen besseren Darmtagen zu meinen absoluten Horrorvorstellungen. Doch natürlich müssen wir uns unseren Ängsten stellen und Sie können jetzt anhand des Fotos beurteilen, wie entspannt ich dabei war oder eben nicht!

 

Heute widmen wir uns jedenfalls dem Thema Kleinkind-Koliken. Zumindest ganz am Rande. Das Phänomen ist sehr bekannt und Forscher schätzen, dass etwa jedes dritte Baby von den quälenden Bauchschmerzen und Gasansammlungen betroffen ist. Aber woher die Krämpfe kommen und warum manche Kinder davon verschont bleiben, lag bisher im Dunklen. Doch inzwischen haben einige Wissenschaftler etwas Licht in die Sache gebracht und vielleicht können wir Darm-Patienten von ihren Befunden etwas lernen.

 

mehr lesen

Veränderungen der Darmflora im Kindesalter sind Prädiktoren für Angst, Depression und Darmstörungen als Erwachsener

Bildquelle: Jesko von Moorhausen / pixelio.de
Bildquelle: Jesko von Moorhausen / pixelio.de

Wir haben hier auf unserem Blog schon oft darüber berichtet, dass sich unter der Gruppe der von einem Reizdarmsyndrom betroffenen Menschen, ein erhöhter Anteil mit traumatischen externalen Kindheitstraumata findet, darunter körperliche und seelische Misshandlungen, schwere Erkrankungen, Verlust von Bezugspersonen (Barreau et al., 2007).

Über einen langen Zeitraum wurden diese Erkenntnisse genutzt, um die Hypothese des Reizdarms als "psychische" Erkrankung zu untermauern. Die Patienten sollten sich der Aufarbeitung ihrer traumatischen Erlebnisse stellen und die Beschwerden würden verschwinden.


Inzwischen kennen wir allerdings einen ganz anderen Erklärungsansatz, welcher den oben beschriebenen Befund und die quälenden Darmsymptome in Einklang bringt:


Kindheitstraumata sind in der Lage, die individuelle Zusammensetzung der Darmflora dauerhaft zu verändern. Gastrointestinale, immunologische und psychische Beschwerden sind die problematischen Langzeitfolgen, welche oft nicht mehr mit einer gestörten Darmflora in Zusammenhang gebracht werden.


mehr lesen

Welche Probiotika bei Histaminintoleranz (HIT)?

Eine unserer Leserinnen wollte gern wissen, welche probiotischen Bakterienstämme sie bei einer vorliegenden Histaminintoleranz besser meiden sollte.

Weil die Fragestellung so schön konkret war, haben wir uns entschlossen diese in einem kurzen Video abzuhandeln.


Wir freuen uns auch weiterhin über jede interessante Frage, welche wir hier für unsere Gemeinde beantworten können!


Bewegende Einblicke in unsere Innenwelt

"WOW", ging mir und vielen anderen Menschen auf Facebook vor einigen Tagen durch den Kopf, als wir einen Text von Gerd Jeske, einem der Moderatoren der dortigen Morbus-Crohn-Gruppe, gelesen hatten. Gerd beschreibt in beeindruckenden und vor allem berührenden Worten das Innenleben von Darmpatienten und auf was sich Menschen, welche sich mit uns umgeben, lieber einstellen sollten. Dabei geht es aber nicht nur um unsere kleinen Macken, sondern auch darum, welche Vorteile uns unsere individuelle Leidensgeschichte unter Umständen eingebracht hat.


Auch wenn es noch einzelne Menschen gibt, welche als erstes die Unterschiede zwischen den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und dem Reizdarmsyndrom betonen, so verstehen sich immer mehr Betroffene als große Community. Egal was auf unserem Arztbogen steht, wir leiden alle unter Durchfällen, Schmerzen, den dadurch bedingten seelischen Verletzungen und Ängsten. Auch die Pathophysiologie scheint gar nicht so weit voneinander entfernt, Stichworte Mikroentzündungen und mangelnde Biodiversität der Mikrobiologie. Ich glaube also, dass man in dem tollen Text einfach Morbus Crohn durch Reizdarm ersetzen kann, wenn dieser einen bestimmten Schweregrad erreicht hat.


[Enter Gerd]


mehr lesen

Spaßbremse: Kritik an der Low-FODMAP-Diät

Führt der low-FODMAP-Ansatz in eine Sackgasse? (Bildquelle: Bernd Sterzl / www.pixelio.de)
Führt der low-FODMAP-Ansatz in eine Sackgasse? (Bildquelle: Bernd Sterzl / www.pixelio.de)

Schon vor einiger Zeit haben wir auf dem Blog angemerkt, dass sich unser anfänglicher Enthusiasmus für das Konzept der FODMAP-Reduktion zur Linderung von Reizdarm-Beschwerden gelegt hat. Das durchaus schlüssige Theoriegebäude und die teilweise recht beeindruckenden Untersuchungsergebnisse klinischer Studien ließen sich nicht in unserer praktischen Arbeit untermauern.


Inzwischen wissen wir aus einigen Fachartikeln, dass eine längerfristig durchgeführte Reduktion der kurzkettigen, fermentationsfähigen Kohlenhydrate zu einer weiteren Verminderung probiotischer Darmbakterienstämme führt. Damit scheint die low-FODMAP-Diät sogar einen Faktor zu verschärfen, welcher ohnehin mit dem Reizdarmsyndrom assoziiert scheint.


Nach vielen positiven Berichten unsererseits über die Wirkung der FODMAP-Elimination und Wiedereinführung möchten wir heute gern einige wissenschaftliche Gegenargumente ins Feld führen.


mehr lesen

Bauchschmerzen nach dem Essen: Das sind die Ursachen

Bild: Sabine Weiße @ www.pixelio.de
Bild: Sabine Weiße @ www.pixelio.de

Immer wieder berichten mir Klienten oder Leser, dass Ihnen nach einer Mahlzeit die Speise "wie ein Stein im Magen" liege. Die quälenden Symptome, vor allem Bauchschmerzen, Völlegefühl, Unwohlsein, aber manchmal auch vermehrte Schweißproduktion, Konzentrationsstörungen und Übelkeit, treten scheinbar unabhängig von den verzehrten Lebensmitteln, aber immer kurz nach der Einnahme einer Mahleit, auf.

Natürlich ist dies ein unangenehmer Zustand, denn wer kann schon seine täglichen Arbeiten im Job ordentlich verrichten, oder entspannt Zeit mit dem Partner oder den Kindern verbringen, wenn es im Bauch zwickt und kneift?


Zu meinen Klienten sage ich dann immer:


"Sie können sich glücklich schätzen, denn dass Ihre Beschwerden einen deutlichen Zusammenhang mit den aufgenommenen Mahlzeiten zeigen, ist ein wichtiger Hinweis, dass eine Funktionsstörung bei der Verdauung vorliegt. Diese lässt sich zumeist gut therapeutisch beeinflussen!"


Das soll natürlich nicht bedeuten, dass alle Menschen, die unter Bauchschmerzen nach dem Essen leiden, eine schnelle Heilung erwarten können, ABER es gibt mehrere plausible Erklärungen für das Phänomen, welche dann auch gut medikamentös bzw. diätetisch zugänglich sind.


Diese Optionen möchte ich im heutigen Artikel besprechen.


mehr lesen

Wie Beten unseren Darm Heilt: Wissenschaftliche Beweise!

Bild: Rainer Sturm @ www.pixelio.de
Bild: Rainer Sturm @ www.pixelio.de

Nur keine Angst! Ich möchte Sie mit diesem kurzen Artikel nicht bekehren zu einer bestimmten Religion zu konvertieren. Ich selbst bin ein absolut überzeugter Atheist, doch als Psychologe faszinieren mich Studien, welche konsistent zeigen, dass der Glaube an eine höhere Macht mit verschiedensten gesundheitlichen Vorteilen verbunden ist.


Nun haben wir auf diesem Portal schon sehr oft über die psychischen Aspekte unserer Erkrankung geblogt und oft beiße ich damit bei meinen Lesern und Klienten auf Granit. Wir wissen, dass laut einigen Untersuchungen bis zu 95% der RDS-Patienten psychologische Auffälligkeiten zeigen (Whitehead, 2002). Dabei wirken sich verschiedene psychologische Faktoren auch auf die Stärke der Symptome aus, u.a. erlebter Stress, Persönlichkeitstraits und auch Copingstile (Van Tilburg und Kollegen, 2013).


Eine neue Untersuchung zeigt, warum Entspannungstechniken (darunter eben auch das tiefe Gebet) einen Einfluss auf unsere Symptome nehmen und zwar weit über das bloße Umstrukturieren negativer Gedanken hinaus!


mehr lesen

Reizdarm-Patienten sind eine Risikogruppe für Vitamin-D-Mangel und somit ernste Folgeschäden!

Gerade eben brachte mir der Lieferdienst ein großes Paket mit Supplementen für die Praxis und den Eigenbedarf. Darunter befanden sich neben vielen antientzündlichen und krampflösenden Substanzen auch einige Dosen hoch-dosiertes Vitamin-D plus Vitamin K2, denn schon vor einigen Jahren las ich sehr vielversprechende Forschungsarbeiten, welche den positiven Einfluss von Vitamin-D auf u.a. die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen schilderten (bspw. zusammengefasst im Review von Mouli und Anantakrishnan, 2014). Auch bei meinen eigenen Klienten mit einem Reizdarmsyndrom konnte ich immer wieder per Laborbefund nachweisen, dass diese unter einem Vitamin-D-Mangel litten.


War das nur ein "Zufallstreffer"?

Leiden vielleicht auch die meisten Nicht-RDSler in den Industrieländern an einem solchen Mangel?


Mit dem Ausgleich des Mangels trat eigentlich auch immer eine Besserung ein. Nur: Dieser positive Effekt ließ sich nicht allein dem Vitamin-D zuschreiben, da ich mit meinen Klienten parallel natürlich auch an anderen Faktoren (Mikrobiom, Mikroentzündungen etc.) arbeitete.


Umso erfreuter war ich, als ich gerade als der Lieferdienst klingelte, über einer neuen Studie zum Thema Reizdarm und Vitamin-D brütete. Im folgenden Blogbeitrag werde ich die zentralen Ergebnisse kurz vorstellen.

mehr lesen

Erneut belegt: Reizdarm- Betroffene schätzen ihre Lebensqualität niedriger als CED-Patienten

Warum sind einige chronische Erkrankungen scheinbar schwieriger zu ertragen als andere?


"Ganz einfach!", würden die meisten von uns wohl im ersten Augenblick antworten. "Je stärker und beeinträchtigender die Symptome im Alltag sind, desto schlechter ist die Krankheit zu bewältigen bzw. zu managen. Die individuell empfundene Lebensqualität sinkt."


Das klingt natürlich einleuchtend, hat aber einen entscheidenden Haken: Die wissenschaftliche Erfahrung liefert regelmäßig Gegenbeweise für diese Alltagstheorie. Besonders häufig auch im Zusammenhang mit dem Reizdarmsyndrom, einer oft marginalisierten Erkrankung, welche für Betroffene aber sehr oft die absolute Hölle ist.



mehr lesen

Studie: Spezielle Kohlenhydrat-Diät (SCD) erfolgreich bei Behandlung von Darmkrankheiten

Die Spezielle Kohlenhydratdiät (SCD) wurde in ihrer Urform von dem Gastroenterologen Dr. Sidney Haas entwickelt, nachdem er beobachtet hatte, dass seine jugendlichen Zöliakiepatienten nicht ausreichend auf die glutenfreie Kost reagierten.

Dr. Haas behandelte in seinen letzten Lebensjahren auch die Tochter von Elaine Gottschall, welche unter einer schweren Colitis ulcerosa litt. Die behandelnden Ärzte standen kurz davor, dem Mädchen große Teile des Dickdarms zu entfernen. Doch die SCD beruhigte das aufgewühlte Verdauungssystem und langsam aber sicher stellten sich Normalität und Wohlbefinden ein. Der Rest ist Geschichte: Elaine Gottschall, bis dahin Hausfrau und Mutter, besuchte in fortgeschrittenem Alter das College. Sie graduierte als M.Sc. in Biochemie und widmete ihr Leben der Erforschung und Bekanntmachung der Speziellen Kohlenhydratdiät.


Trotz der tausenden im Internet publizierten Erfolgsgeschichten von Crohn-, Reizdarm-, Zöliakie- und Colitispatienten (Eltern von autistischen Kindern nicht zu vergessen!), steht die Schulmedizin dieser Ernährungstherapie leider immer noch skeptisch gegenüber. Ein Argument der Ärzte ist dabei, dass es keine ausreichenden Belege für die Effektivität der SCD geben würde.


Deshalb freue ich mich immer ganz besonders, wenn wieder einmal ein neues Stück Forschungsaufwand zu Papier gebracht wurde und konsistent gute Ergebnisse liefert. So auch dieses Mal ...


Doch lesen Sie selbst!


mehr lesen

Der mächtige Plazebo-Effekt und warum man ihn nutzen sollte

Gestern hörte ich in einem Podcast über Ernährungspsychologie eine Geschichte, welche mir schon einmal von einem meiner Professoren erzählt worden war:

Im Rahmen einer wissenschaftlichen Untersuchung zur Wirksamkeit eines neuen Krebsmedikamentes erhielten Patienten entweder eine Pille mit dem entsprechenden Wirkstoff oder ein Plazebo. Das interessanteste, aber auch gruseligste, Phänomen an dem Versuch war, dass bei einem Großteil der Plazebogruppe Nebenwirkungen eintraten, die eigentlich nur in der Wirkstoffgruppe erwartet wurden. Dazu gehörte bspw. massiver Haarausfall.


Leider wurde auch dieses Mal auf eine Quellenangabe verzichtet. Kann so etwas, wie oben in der kurzen Zusammenfassung geschildert, wirklich passieren? Ist der Plazeboeffekt wirklich so mächtig, dass er uns viel nutzen, aber auch übel schaden kann? Haben die vielen Esoteriker mit ihrem Leitspruch "man muss nur fest glauben" doch recht?


Zumindest zu einem großen Teil, wie auch neueste Untersuchungen wieder gezeigt haben ...


mehr lesen

Clostridium spp., Fett, Protein und SCD, GAPS oder Paleo

Heute antworten wir auf einen Leserbrief von Robert, der uns so, oder ganz ähnlich, immer wieder erreicht. Er möchte gern wissen:


Ich habe laut Labor zu viele Bakterien der Gruppe Clostridium spp, welche sich angeblich von Fett und Eiweiß ernähren. Kann und sollte ich die von euch empfohlenen Ernährungsansätze (SCD, Paleo etc.) überhaupt umsetzen?


mehr lesen

Irrationale Überzeugungen machen das Leben mit dem Reizdarm schwer(er)!

In den vergangenen Monaten haben wir uns hier auf dem Blog sehr ausführlich mit biologischen und physiologischen Aspekten der Reizdarmtherapie beschäftigt. Doch natürlich liegt mir auch meine Kerndisziplin am Herzen (nämlich die Psychologie), welche aller Unkenrufe zum Trotz, einen erheblichen Einfluss auf das individuelle Erleben der chronischen Darmstörung hat. Dies beweisen immer wieder klinische Untersuchungen: So wissen wir, dass ein Großteil aller Reizdarmpatienten psychiatrische Auffälligkeiten zeigt, ihre gefühlte Lebensqualität stark herabgesetzt ist, Stresssituationen die Reizdarmsymptome oft verstärken und natürlich auch, dass eine zielorientierte Psychotherapie vielen Betroffenen hilft. Dabei kann sie in einigen Untersuchungen ähnlich beeindruckende Werte wie beispielsweise die low-FODMAP-Diät erzielen.

Natürlich geht heute kaum noch ein ernstzunehmender Psychotherapeut oder Arzt davon aus, dass die Ursachen des Reizdarmsyndroms rein psychischer Natur sind. Aber ebenso töricht wäre es, den immensen Einfluss unseres Innenlebens auf unseren Körper und natürlich auch unser Erleben einer chronischen Erkrankung zu negieren. Warum tut sich eine Betroffene enorm schwer mit dieser Störung, während ein anderer, mit ganz ähnlichen Symptomen, recht gut durchs Leben kommt?

 

Heute betrachten wir eine sehr interessante und aktuelle Studie zum Thema, welche die Zusammenhänge zwischen subjektiver Lebensqualität und irrationalen Gedanken im Rahmen des Reizdarms ergründet.

 

mehr lesen

Fett bessert die Aufnahme kurzkettiger Kohlenhydrate und macht Obst und Milchprodukte besser verträglich!

Die meisten Betroffenen von Kohlenhydratmalabsorptionen kennen die üblichen Tipps und Tricks, um die Aufnahme der jeweiligen kurzkettigen Kohlenhydrate zu verbessern. So kann durch die geschickte Auswahl von Früchten und Gemüsesorten, welche über ein günstiges Verhältnis Glukose : Fruktose verfügen, die verträgliche Fruktosemenge oft deutlich gesteigert werden. Weiterhin lohnt es sich u.a. die täglichen Obst- und Gemüseportionen über den Tag zu verteilen, so dass zu jeder Mahlzeit bzw. jedem Snack nur kleinere Mengen des jeweiligen Zuckers konsumiert werden. Doch der unserer Meinung nach wichtigste Einflussfaktor auf die Verwertung und Absorption dieser so oft problematischen Kohlenhydrate ist ihre Verweildauer im Dünndarm: Je länger sie benötigen, um diesen zu passieren, desto mehr Zeit hat die Darmschleimhaut diese durch Transportproteine oder -enzyme zu resorbieren.

Warum ist dies für Reizdarmpatienten interessant? Mit der Entwicklung und klinischen Validierung des low-FODMAP-Konzeptes wurde gezeigt, dass Malabsorptions- und Fermentationsprozesse kurzkettiger Kohlenhydrate durch die Darmflora ein enormes Symptompotenzial darstellen. Eine Reduktion der zugeführten problematischen Lebensmittel verringert nachweislich die Symptome des Reizdarms bei einem Großteil der Betroffenen.


mehr lesen

Der große Ballaststoff- Report: Wie wichtig sind die Faserstoffe?

Es gibt eigentlich kaum ein Thema (außer vielleicht noch Antibiotikagaben), das bei Reizdarm- Betroffenen und in Medizinerkreisen so kontrovers diskutiert wird, wie die diätetische Zufuhr von Ballaststoffen. Aus unserer Erfahrung mit vielen Klienten kann ich berichten, dass die allermeisten Reizdarmpatienten ein großes Problem bei der Verdauung von Ballaststoffen haben (typischer Kommentar: "Ich kann einfach nichts gesundes essen, mit Süßkram und Weißmehlprodukten geht es mir am besten"). Die Fermentation dieser für den Menschen erst einmal unverdaulichen Fasern wird von unseren Darmbakterien übernommen. So können Ballaststoffe den Erhalt eines gesunden Mikrobioms fördern, aber auch eine pathogen entwickelte Flora "anheizen". Die Forschung spricht eigentlich eine recht eindeutige Sprache: So werteten Ford und Kollegen (2008) in ihrer Metaanalyse 12 klinische Untersuchungen aus, welche Ballaststoffe mit Placebo verglichen. 52% der mit Ballaststoffen "behandelten" Betroffenen blieben ohne jegliche Besserung, während es in den Placebogruppen 57% waren. Dieser kleine Unterschied verschwand aber sogar vollends, wenn nur die sieben qualitativ hochwertigen Studien einbezogen wurden. Die Number-needed-to-treat lag mit 11 recht hoch (zum Vergleich: Pfefferminzöl in der selben Metaanalyse mit 2,5). Dennoch gibt es in den Allgemeinarztpraxen eine Art Heuristik für Vollkorn, mehr Gemüse und zusätzliche Ballaststoffe in Form von Supplementen zu werben und auch die Medien erzählen uns jeden Tag, welche Wunderwirkungen Ballaststoffe auf unseren Körper und die Prävention vieler verschiedener Erkrankungen, von Darmkrebs bis Herzleiden, zu haben scheinen. Schauen wir uns doch einmal an, was davon übrig bleibt, wenn man sich einmal ein paar Studien zur Hand nimmt.


mehr lesen

Reizdarm und Infektionen?

Mit dieser Reihe haben wir uns nicht weniger vorgenommen, als den Mythos "Es ist nur ein Reizdarmsyndrom. Machen Sie sich keine Sorgen, es passiert alles nur in ihrem Kopf!", welcher leider immer noch von vielen Medizinern, aber auch Verwandten, Bekannten und Kollegen gepflegt wird, sorgfältig zu zertrümmern!

In unserem ersten Artikel ging es dabei um die Rolle von Mikroentzündungen als verlässlicher Marker für die Diagnosestellung des Reizdarmsyndroms. Heute möchten wir uns etwas näher mit Infektionen und ihrem Einfluss auf die Pathogenese der Erkrankung beschäftigen. Ist das Reizdarmsyndrom in Wahrheit vielleich eine Infektionskrankheit? Welche Auswirkungen hätte dies auf die Behandlungsansätze des Leidens?


mehr lesen

rezension und Webinar am 25. Juni: Der darm denkt mit von K.-D. Runow

Am 25. Juni 2015 findet um 20:15 Uhr ein kostenloses Online- Seminar mit dem bekannten Umweltmediziner und Functional- Medicine- Pionier Klaus- Dietrich Runow vom Institut für Umweltmedizin in Wolfhagen zum Thema "Der Darm denkt mit" statt! Wir möchten Ihnen diese Möglichkeit ans Herz legen, einem ausgewiesenen Experten für Funktionale Medizin und Darmökologie Fragen zu stellen. Klaus- Dietrich Runow hat schon über das Leaky Gut Syndrome, die Dünndarmfehlbesiedlung und den Zusammenhang zwischen Darmökologie und Gehirn bzw. neurologischen Erkrankungen geschrieben, als diese Themen in Deutschland noch absolute Randphänomene waren und kaum von Schulmedizinern und Patienten ernst genommen wurden. Vor dem Webinar am Donnerstag haben wir das zugehörige Buch etwas genauer unter die Lupe genommen.


mehr lesen

Die Notfalltoilette überall dabei und endlich wieder reisen!

Der sympathische Mann links im Bild ist Rick. Er leidet unter dem durchfallbetonten Reizdarmsyndrom. Ich lernte ihn und seinen Videokanal 2007 oder 2008 kennen. Damals galt für mich ebenfalls noch die Diagnose "Reizdarmsyndrom" und ich hatte jede Menge Therapieoptionen ausprobiert: Loperamid, Mebeverin, Antidepressiva und Angstlöser, Homöopathie, Akupunktur, Psychotherapie, Flohsamenschalen, verschiedene Diäten.


mehr lesen

Das Diagnostik-ABC: Stuhlanalyse

In unseren Artikeln auf Reizdarmtherapie.net und in Gesprächen mit unseren Klienten betonen wir immer wieder, dass eine qualitativ- hochwertige und möglichst erschöpfende Diagnostik die notwendige Grundlage für eine zielorientierte und damit erfolgreiche Behandlung ist. Eine gute Anamnese ist wohl der wichtigste Faktor  für das Gelingen einer Therapie.

Aufgrund zahlreicher Nachfragen finden Sie nun unter Labor unsere Empfehlungen für eine grundlegende, sinnvolle Diagnostik, die Sie bequem und unkompliziert von zuhause aus durchführen können. In den zugehörigen Artikeln möchten wir Ihnen mehr darüber verraten, was die einzelnen Parameter aussagen und wie Ihnen die jeweiligen Tests helfen können, einen Behandlungsplan aufzustellen.

 

mehr lesen

Gluten oder doch nur FODMAP?

Können Sie sich noch entsinnen? Vor nicht allzu langer Zeit machte das Gerücht die Runde, dass Gluten angeblich keine Rolle bei der diätetischen Behandlung des Reizdarmsyndroms spiele. Die erzielten Erfolge in vorangegangenen Untersuchungen wären lediglich dadurch entstanden, dass die Versuchspersonen durch den Verzicht auf glutenhaltiges Getreide auch eine FODMAP- Gruppe (Fruktane) eliminierten, so viele Journalisten. Wir haben die Inhalte der zugrunde liegenden Studie und vor allen Dingen auch die unzulässigen Schlüsse, die aus deren Ausgang gezogen wurden, >hier< bereits kritisch hinterfragt.


Jetzt bekommen wir Schützenhilfe durch eine neue wissenschaftliche Untersuchung aus dem Iran. Gluten ist und bleibt problematisch für Reizdarm- Patienten.


mehr lesen

Land in Sicht? Neue Medikamente gegen RDS-D - Teil II

Heute beschäftigen wir uns mit einem zweiten Medikament, das kürzlich in den USA zur Behandlung des durchfallbetonten Reizdarmsyndroms zugelassen wurde. Im Gegensatz zu dem >hier< besprochenen Medikament Eluxadolin, handelt es sich bei dem heutigen Kandidaten für viele Betroffene um einen alten Bekannten.

Rifaximin, ein Breitband- Antibiotikum, wurde in der Vergangenheit hauptsächlich bei der Behandlung der Dünndarmfehlbesiedlung eingesetzt. Wir werden uns heute gemeinsam etwas genauer anschauen, was die klinische Datenlage über Rifaximin und seine Wirksamkeit bei der Therapie oder Symptomlinderung des Reizdarms zu sagen hat.


mehr lesen

Können Stuhltransplantationen einen Reizdarm verursachen?

Können Sie sich vorstellen, wie man einer Labormaus schnell und effizient das ohnehin recht fragwürdige Leben ruinieren kann? Ich bin sicher, dass Ihnen als RDS- Patienten da etwas fieses einfällt. Sie kennen gemeine Schmerzen, quälenden Durchfall und noch so einige andere Symptome, die das Leben unnötig erschweren. Nehmen wir also an, wir wollen dieser armen kleinen Kreatur einen Reizdarm verpassen. Wie tun wir das schnell und effizient?

 

a) Wir setzen das Tierchen chronischem Stress aus (bspw. Elektroschocks).

b) Wir füttern der Maus eine Diät aus Kartoffelchips, Gluten und Cola.

c) Wir geben ihr eine Stuhltransplantation aus UNSEREM EIGENEN Darm.

 

Auch wenn ich mich durch das Großschreiben sicherlich schon verraten habe: Wahrscheinlich werden alle drei Methoden irgendwann zum Ziel führen. C) ist allerdings die sicherste Methode. Dazu möchte ich Ihnen gern zwei Studien vorstellen, welche erneut den enormen Einfluss unserer Darmflora auf den Reizdarm belegen.

 

mehr lesen

Land in Sicht? Neue Medikamente gegen RDS-D, TEIl I

Liebe Leser, vielleicht gibt es für einen großen Teil der Reizdarmpatienten bald einen Grund zur Freude. Obwohl bereits mehrfach nachgewiesen wurde, dass Patienten mit Durchfällen (RDS-D) unter stärkeren Entzündungen leiden, öfter von der so genannten Dünndarmfehlbesiedlung betroffen sind und im Durchschnitt eine stärkere Einschränkung ihrer Lebensqualität beschreiben, wurde gerade diese Gruppe in der Vergangenheit von der pharmazeutischen Forschung vernachlässigt und so warten viele Betroffene geradezu sehnsüchtig, dass sich in diesem Bereich etwas tut. Noch vor einigen Jahren lagen die Hoffnungen vor allem auf einer Medikamentengruppe, zu der u.a. auch Ramosetron gehört, welches in Japan und Indien gegen das durchfalldominierte Reizdarmsyndrom verordnet wird und laut Patientenberichten sehr effektiv ist. Doch nachdem es bei der Verschreibung des verwandten Medikaments Alosetron in den USA zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kam, wurden diese Hoffnungen mehr als gedämpft. Doch nun hat die Zulassungsbehörde in den USA zwei Medikamente mit der Indikation IBS-D (Reizdarm mit Durchfall) durchgewinkt. Wir möchten Ihnen beide Medikamente kurz vorstellen.

 

mehr lesen

Reizdarmtherapie.net will und muss kostenfrei und vor allem unabhängig bleiben! Ein Appell.

Liebe Leser,

 

unser Selbsthilfe- und Informationsportal ist inzwischen zwei Jahre alt. Jeden Monat wächst die Anzahl unserer Besucher und im April 2015 waren es bereits über 7.000 Menschen, Betroffene des Reizdarmsyndroms oder deren Angehörige, die bei uns nach Informationen und Therapieansätzen suchten. Und diese können sie hier auch finden, denn inzwischen ist der Inhalt unserer Seiten stark angewachsen. Wir bieten nicht nur eine kostenfreie Broschüre zur low-FODMAP-Diät, sondern auch Anleitungen zur eigenständigen Therapie der Dünndarmfehlbesiedlung und Zusammenfassungen aktuellster Forschungsergebnisse. Täglich beantworten wir viele Mailanfragen, so weit dies unser Wissen und unsere Zeit zulässt. Dies alles tun wir ehrenamtlich und ohne finanzielle Gegenleistung und das machen wir auch gern.

 

Aber langsam aber sicher wächst uns das Projekt über den Kopf und wir brauchen Ihre Unterstützung, damit Reizdarmtherapie.net weiterhin kostenlos, brandaktuell und vor allem unabhängig bleiben kann. Keine Angst, dafür müssen Sie nicht tief in die Tasche greifen ...

 

mehr lesen

Reizdarm und Entzündungen?

Kennen Sie das vielleicht auch? Viele meiner neuen Klienten glauben nach einer längeren Zeit ohne Therapieerfolge endgültig, was ihnen Ärzte und Bekannte schon seit Jahren erzählen: "Du bist nicht krank, du hast nur was am Kopf! Du musst endlich mal Stress abbauen." Schließlich wurden beim Reizdarm ja keine pathophysiologischen Veränderungen dokumentiert, oder?

Ich bin sehr überrascht, dass mir vor kurzem sogar ein Mb.-Crohn Betroffener schrieb, was ich denn für einen riesigen Aufriss um das RDS machen würde. Die Erkrankung wäre ja gar nicht so schlimm, eigentlich ungefährlich und ließe sich gut managen. Ich würde dazu beitragen, meine Leser zu verängstigen. Wirklich? Oder ist das gerade ein Schlag ins Gesicht für die "schwierigeren Fälle", die ich regelmäßig betreue? Gelten zweistellige Durchfälle über den Tag, Schmerzen, Chronic Fatigue, Depressionen etc. etwa als Lapalie, oder vielleicht sogar als Hirngespinst?

 

In dieser Reihe von Blogartikeln möchte ich Ihnen gern zeigen, dass es sehr wohl Hinweise für pathophysiologisch dokumentierbare Prozesse bei Reizdarmpatienten gibt, auch wenn ich es schade finde, dass man seine Erkrankung und sein Leiden auch noch vor Betroffenen anderer Erkrankungen, Bekannten und Verwandten und teilweise sogar Ärzten rechtfertigen muss. Als hätten wir nicht genug mit der Bewältigung unserer Krankheit zu tun!

 

Wir beginnen mit den Entzündungen.

 

mehr lesen

Diese Power-Frau leidet an einem Reizdarm und zeigt Gesicht!

Vor meinem Psychologiestudium arbeitete ich als Sporttherapeut und Fitnesstrainer in einem ambulanten Rehazentrum und auch heute noch fasziniert mich nahezu alles, was mit Kraft & Fitness zu tun hat. Vor kurzem hörte ich einen Podcast mit Rachel Guy, einer der bekanntesten Strength & Conditioning Trainerinnen der Welt, und staunte erst einmal nicht schlecht, als plötzlich das Thema Reizdarmsyndrom zur Sprache kam. Ein Zuhörer hatte die Frage gestellt, wie er sich fitnessgerecht ernähren kann, wenn ihm Vollkorn-, Milchprodukte, Gemüse und andere gesunde Lebensmittel doch Probleme bereiten würden. Nun wartete ich eigentlich auf die gewohnten Floskeln, denn das Thema wird immer wieder einmal in Sport-Podcasts oder -Artikeln angeschnitten. Aber Rachel, für ihre direkte Art bekannt, nutzte die Gunst des Augenblicks und outete sich als Mitbetroffene.

 

mehr lesen

Warum konnten die Menschen früher ohne Probleme viel Getreide essen?

Vor kurzem saß Lebensmittelchemiker, Forscher und Ernährungsjournalist Udo Pollmer in einer Talkrunde von Sandra Maischberger zum Thema "Gluten, Laktose etc. - Haben die Gesundesser recht?". Zuerst einmal möchte ich betonen, dass Herrn Pollmers Aussagen teilweise recht kontrovers sind und oft auch über das Ziel hinaus schießen. So verwehre ich mich bspw. gegen seine vehemente Verteidigung der Massentierhaltung oder seine oft unschönen verbalen Attacken gegenüber VegetarierInnen. Aber gerade auch bei solchen "Querköpfen" entdeckt man manchmal die interessantesten Sachen. Herr Pollmer beschrieb, dass Getreide früher eine sehr lange Verarbeitung erfuhr, bevor es verzehrt wurde. Dies wäre einer der Gründe, warum heute so viele Menschen Probleme mit etwa Weizen bekämen, während unsere Urahnen buchstäblich nur durch das Getreide überleben konnten. Was ist dran an dieser Aussage?


mehr lesen

Bauchhypnose - alles andere als nur Zauberei!

Noch vor nicht allzu langer Zeit hatte die Hypnose einen schweren Stand. Oft wurde sie als Hokuspokus abgetan und man verband mit dem Begriff am ehesten die Bühnenshows amerikanischer Magier, welche gleich 100 Probanden auf einmal kollektiv in den Trancezustand schicken und verrückte Dinge tun lassen.

Doch langsam aber sicher ändert sich dieses Bild eines zu unrecht verlachten Verfahrens. Vor allem der verstärkte Einsatz von medizinischen Hypnosetechniken etwa beim Zahnarzt oder der Geburtshilfe öffnete viele neue Interessenten für das Phänomen. 2013 zeigte erst wieder eine Metaanalyse von Tefikow und Kollegen, dass medizinische Hypnose bei Operationen viele verschiedene Parameter günstig beeinflusst, darunter auch Schmerzintensität, Stresserleben, Medikamentenkonsum und auch physiologische Parameter.

 

Ähnliche Ergebnisse existieren auch für das Reizdarmsyndrom, auch wenn der Einsatz der Bauchhypnose in Deutschland noch nicht sehr weit verbreitet ist. Wir wollen Ihnen heute deshalb einige zentrale Studienergebnisse zum Thema Bauchhypnose vorstellen und im Anschluss noch ein gutes Produkt zum Ausprobieren in den eigenen vier Wänden ans Herz legen.

 

 

mehr lesen

Negativer Presse zum Trotz: Warum Getreide immer noch Gift für uns ist!

Wissen Sie eigentlich, was uns von der Redaktion richtig wütend macht? Wenn Journalisten ein einzelnes Abstract zu Rate ziehen, um damit Millionen Menschen und ihr persönliches Erleben und Empfinden zu diskreditieren. Sind Ihnen in den letzten Wochen auch die vielen reißerischen Schlagzeilen in den großen Massenmedien aufgefallen: "Studie beweist: Kein Grund für Getreideverzicht!", "Glutenfreie Kost und ihre angeblichen gesundheitlichen Vorzüge sind nur riesiger Absatzmarkt", oder sogar "Glutensensitivität gibt es nur in den Köpfen besonders Empfindlicher".

Innerhalb der einzelnen Artikel wird dann kräftig Stimmung gemacht. Glutensensitivität abseits der Zöliakie gibt es nicht, wir sollen uns doch endlich zusammenreißen, um unseren lieben Mitmenschen nicht das leckere Essen madig zu machen, wir steuern allesamt in eine Essstörung und stützen mit unseren Käufen die milliardenschwere gluten-free mafia!


mehr lesen

Die Spezielle Kohlenhydratdiät (SCD) - eine Liebeserklärung

Ich selbst hatte den Durchbruch bei der Linderung meiner Reizdarmbeschwerden mit der Speziellen Kohlenhydratdiät (engl. Specific Carbohydrate Diet, kurz SCD). Ich kurierte damit innerhalb weniger Wochen meine chronischen Durchfälle, Schmerzen und vor allem auch die körperliche Schwäche, welche mir jede Unternehmung zur Qual machte. Ich bin Dr. Haas und Frau Gottschall unheimlich dankbar, dass sie diese Diät kreierten und popularisierten.

Und doch war es nicht immer leicht. Die Diät ist recht streng und wirft die meisten "Errungenschaften" der modernen Küche über den Haufen. Ich musste plötzlich mehrmals täglich kochen, bezahlte mehr an der Kasse und musste auf so manches liebgewonnene Fertiggericht verzichten.

Dann kam die low-FODMAP-Diät und ich dachte, dass diese wissenschaftliche Weiterentwicklung der SCD vielen meiner Klienten gut tun würde und dabei viel liberaler sei. Denn darauf kommt es schließlich an: Eine Ernährungsweise muss langfristig durchzuhalten sein. Ganz wie beim Abnehmen.


Doch umso häufiger ich die low-FODMAP-Diät mit meinen Klienten umsetzte, desto mehr Ehrfurcht bekam ich vor der guten alten SCD. In diesem Artikel möchte ich Ihnen gern schildern warum ...



mehr lesen

Buchrezension: Alarm im Darm! von Dr. Volker Schmiedel

Nachdem wir ja nun schon einige Bücher auf Reizdarmtherapie.net vorgestellt haben, möchten wir diese schöne Tradition heute gern fortsetzen. Nicht zuletzt die vielen positiven Rückmeldungen unserer Leser haben uns bei dieser Entscheidung geholfen. Wissen ist der erste Schritt zu einer selbstbestimmten und zielgerichteten Behandlung des Reizdarmsyndroms.

Heute nehmen wir das Buch "Alarm im Darm! - Mythos Reizdarm und was der Verdauung wirklich hilft" von Dr. med. Volker Schmiedel etwas genauer unter die Lupe. Dr. Schmiedel ist ja in der RDS- Community kein Unbekannter und seine Meinung ist hochgefragt. Warum das so ist und ob sich der Kauf des Buches für Sie persönlich lohnt, erfahren Sie in unserer Rezension.



mehr lesen

Zu wenig Magensäure = Verdauungsbeschwerden

Die meisten unserer Klienten reagieren sehr gut auf eine Ernährungsumstellung mittels low-FODMAP- oder Spezieller Kohlenhydratdiät bzw. auf die Umstrukturierung bestimmter Lifestylebereiche (Schlaf, Bewegung, Stress). Doch es gibt immer wieder "schwere Fälle", die trotz einer monatelangen strikten SCD-Diät nur geringe Verbesserungen ihrer Symptomatik erreichen.

Die Chancen dieser letztgenannten Personen stehen sehr gut, dass sie unter einem immer häufiger anzutreffenden Problem leiden, dass eine erfolgreiche Genesung verhindert: Ein Zuwenig an Magensäure. Gerade bei solch hartnäckigen Fällen lassen sich dann mit bestimmten Supplementen oder natürlich vorkommenden Bitterstoffen beeindruckende Erfolge erzielen, auf welche die Betroffenen oft selbst nicht mehr gehofft haben.


Wir erklären Ihnen in diesem Artikel:

  • Was es mit verminderter Magensäure auf sich hat.
  • Wie Sie mit drei einfachen Tests zuhause selbst testen können, ob Sie darunter leiden.
  • Wie Sie einen Mangel an Magensäure effizient therapieren können.



mehr lesen

Reizdarm: Risiko für Darmkrebs erhöht?

Sehr oft werden wir in Mails oder von besorgten Klienten gefragt, ob ihr persönliches Risiko an Darmkrebs zu erkranken durch das Vorliegen des Reizdarmsyndroms erhöht hat. Etwas weniger wird die Befürchtung geäußert, der Reizdarm könnte sich in Wirklichkeit als Darmkrebs entpuppen.


"Ich habe immer Durchfall, da muss doch etwas nicht in Ordnung sein!"

"Meine Ärztin sagte, dass ich aufgrund meiner Symptomatik regelmäßig spiegeln soll. Ich wäre eine Kandidat für Darmkrebs."


So oder so ähnlich erreichen uns sehr viele besorgte Zuschriften. Wir haben uns deshalb vorgenommen, dieses Thema in unserem Blog zu behandeln und zwar mit der nötigen Objektivität. Wir verstehen die Ängste und Sorgen der Betroffenen natürlich, möchten diese aber auch nicht weiter mit Fallgeschichten etc. aufheizen. Deshalb folgt hier nun ein kurzer Überblick über wissenschaftliche Untersuchungen zu dem Thema.


mehr lesen

Morgendlichen Durchfall stoppen!

Viele unserer Leser und Klienten kennen die morgendliche Raserei zur Arbeit. Sie kennen die panische Hektik bei der Suche nach einer "Parkmöglichkeit" und das vor Scham gerötete Gesicht, wenn sie von der Zugtoilette zurück ins überfüllte Abteil treten. Sie alle haben das gleiche Problem: Chronischer morgendlicher Durchfall macht ihnen den Schul- oder Arbeitsweg zur Hölle.

Ein Großteil unserer Durchfallklienten klagt hauptsächlich über morgendliche Beschwerden. Nach dem Aufstehen haben sie bspw. dreimal weichen, teils stark drängenden, Stuhlgang, weshalb sie oft sehr zeitig vor Arbeitsbeginn aufstehen, um sich ausreichend zu "entleeren". Der Stress längerer Arbeitswege triggert dann meist zusätzliche Beschwerden.


Kennen Sie dieses plagenden Phänomen auch? Dann möchten wir Ihnen gern einige Tipps geben, wie Sie den morgendlichen Durchfallattacken endlich Herr werden.

mehr lesen

Reizdarm - eine evolutionäre Perspektive

In einem meiner Artikel für das Paracelsus- Magazin machte ich mir Gedanken zur evolutionären Entstehung und Anpassung psychiatrischer Erkrankungen. Dem Verständnis der Evolutionsmedizin nach können Erkrankungen nur über viele Jahrtausende bestehen, wenn sie einen Nutzen für den menschlichen Organismus im Sinne eines Fortpflanzungsvorteils haben. Einen weiteren Mechanismus finden wir bspw. noch bei Infektionskrankheiten, bei welchen der Vorteil für den Erreger bestehen muss. Vor einigen Tagen stellte ich mir nun die Frage:


  • Welchen evolutionären Nutzen könnte denn eine so einschneidende Erkrankung wie das Reizdarmsyndrom haben? Wäre sie nicht eher ein enormes Hindernis im täglichen Überlebenskampf?

Zur Beantwortung dieser Fragestellung müssen wir einige Vorüberlegungen anstellen:


  1. Wie lange gibt es den Reizdarm schon?
  2. Handelt es sich um eine infektiöse Krankheit oder doch um eine Störung der Gehirn- Darm- Achse?
  3. Worin besteht der zentrale evolutionäre Wirkmechanismus von Durchfall, Blähungen etc?
mehr lesen

Buchrezension: Prof. Storr - FODMAP

Seit bereits 15 Jahren geistert die FODMAP- Diät nunmehr durch die Fachzeitschriften der Gastroenterologen. Viele Studien bewiesen seitdem ihre Effektivität bei einem Reizdarm, aber auch bspw. bei Morbus Crohn oder Sodbrennen. Die des Englischen mächtigen Betroffenen entdeckten die einzige wissenschaftlich geprüfte Diät gegen Reizdarmbeschwerden wie Durchfall, Bauchschmerzen und Blähungen dann etwa 2005. Doch es sollten immerhin noch zehn Jahre vergehen, bis endlich ein Werk in deutscher Sprache zu diesem inzwischen viel diskutierten Thema erschien. Nach dieser immensen Wartezeit und dem Überwasserhalten mit Infos aus dem Netz sind die Erwartungen der Betroffenen an ein solches Buch natürlich entsprechend hoch. Kann das Buch FODMAP - Der Ernährungsratgeber zur FODMAP- Diät diesem Anspruch gerecht werden?



mehr lesen

Muss es wirklich immer BIO sein?

Im unten eingebetteten Video erklärt Dr. Andreas Rädler, Chefarzt für Gastroenterologie an der Asklepios- Klinik in Hamburg und ein gefragter Experte für chronisch entzündliche Darmerkrankungen, wie vom Körper nicht einzuordnende Fremdstoffe (u.a. künstliche Farb-, Geschmacks-, Konservierungsstoffe, Pestizide, ATIs, Antibiotika und andere Medikamente in Fleisch etc.) das menschliche Immunsystem aktivieren und außer Kontrolle geraten lassen. Diese verbreitete Hypothese wird dadurch gestützt, dass die CEDs, wie auch der Reizdarm in den letzten Jahrzehnten sprunghaft angewachsen sind. Bei noch in althergebrachten Traditionen lebenden Volksgruppen sind die CEDs übrigens unbekannt.

Unter anderem aus diesem Grund empfehlen wir eine Reizdarm- Diät basierend auf frischen und unverarbeiteten ("echten") Lebensmitteln, möglichst frei von chemischen Nebenerzeugnissen. Viele Klienten und Leser stöhnen verständlicherweise über die rapide steigenden Ausgaben für Lebensmittel, wenn sie auf eine solche Ernährung umsteigen. Aus diesem Grund möchten wir Ihnen heute gern ein paar praktische Tipps an die Hand geben, wie Sie Ihre Reizdarm- Diät kostengünstiger gestalten können, ohne gesundheitliche Risiken in Kauf zu nehmen.

mehr lesen

Aus unserer Praxis: Reizdarm und Vegetarier bzw. Veganer?

Aktuell betreue ich wieder einmal eine sehr nette Klientin, welche erst einmal entsetzt über meine klassische (recht fleischlastige) Einführungsdiät war. Letztere nutze ich gern, da sie nahezu alle FODMAPs (darunter auch Laktose und Fruktose), sowie zahlreiche potenzielle Allergene eliminiert. Weiterhin ist sie bei sachgemäßer Gestaltung arm an Histamin und meistens reagieren auch Patienten mit einer Dünndarmfehlbesiedlung positiv. Bei Zunahme der Probleme unter dieser Kost kann ich von einer mangelnden Fettabsorption ausgehen. Die Intro- Diät ist also viel mehr als ein therapeutisches Werkzeug. Sie ist auch ein Mittel zur Diagnosefindung.

Der Grund für das Erschrecken meiner Klientin war aber der Umstand, dass sie bereits mehrere Jahrzehnte lang vegetarisch gelebt hat, so wie schon viele Klienten vor ihr. Gibt es da evtl. einen Zusammenhang?


mehr lesen

Fasten mit einem Reizdarm?

Gestern habe ich mein schon routinemäßiges halbjährliches Wasserfasten begonnen. Die ersten zwei bis drei Tage fallen mir dabei meist sehr schwer, gerade wenn ich, wie aktuell, zum Jahresanfang beginne und Schnee und Kälte es mir noch etwas unangenehmer gestalten. Insgesamt werde ich wohl wieder 14-21 Tage nur Wasser konsumieren.

Die meisten Menschen, die mich und meine Arbeit gut kennen, sind oft sehr verwundert, wenn sie erfahren, dass ich faste. Das erwarten sie eher von Vertretern der Alternativmedizin und nicht von Leuten, deren Leidenschaft die klinische Datenlage ist. Aber damit unterschätzen sie das Fasten. Dieses ist nämlich keineswegs nur spirituelle Erweiterung etc.

mehr lesen

Sciencenews: Dünndarmfehlbesiedlung ist eigentliche Ursache von fast der Hälfte aller Reizdarmfälle (D)

Passend zum aktuellen Hype um die Dünndarmfehlbesiedlung auf www.reizdarmtherapie.net (mit Abstand das beliebteste Thema 2014) und in den themenrelevanten Internetforen erschien nun eine brandaktuelle Studie im Romanian Journal of Internal Medicine.


Gleich vorweg: Auch in dieser Untersuchung konnten wieder große Erfolge bei der Behandlung des Reizdarms via Elimination der Dünndarmfehlbesiedlung erzielt werden. Ein Flüstern geht durch die Welt der Reizdarmbetroffenen ...


mehr lesen

Gedanken für 2015: Sehr dankbare und undankbare Leser, Kommerzialisierung etc.

Liebe Leser,

 

das Jahr 2014 neigt sich dem Ende zu und wir von reizdarmtherapie.net ziehen unsere Bilanz: Das Projekt ist großartig angelaufen, jeden Tag besuchen uns 200 bis 300 Leser (genauer: 6210 seit 15.09.2014). Am beliebtesten sind aktuell mit Abstand die Artikel zur Therapie der Dünndarmfehlbesiedlung und die low- FODMAP- Broschüre zum kostenlosen Download.

Insgesamt glauben wir, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Dies bestätigen uns auch die vielen positiven Lesermails, für die wir uns heute bei Euch bedanken möchten. Ebenso für die Unterstützung durch Käufe über unseren Shop, denn die kleinen Provisionen helfen uns, die Serverkosten zu bezahlen und weiter gute Inhalte zu produzieren. Doch es gibt auch Dinge, über die wir uns 2014 geärgert haben ...

 

mehr lesen

Reizdarm- Ernährung: wohin geht die Reise?

In den letzten Jahren hat sich sehr viel im Bereich der therapeutischen Ernährung beim Reizdarm getan. Viele Diäten behaupten inzwischen, das Maß aller Dinge zur Linderung chronischer gastrointestinaler Beschwerden zu sein: Veganismus, Rohkost, die Vollkost nach Dr. Bruker, Paleo bzw. Steinzeiternährung (mit Autoimmunprotokoll), Spezielle Kohlenhydratdiät, low- FODMAP- Diät, Fast Tract Diät (Fermentationspotenzial), GAPS- Diät, low- carb nach Dr. Lutz, Ketogene Diät ... Ich denke, der Leser merkt, worauf ich hinaus will.

 

Es ist also nicht verwunderlich, dass ich von meinen Klienten immer wieder die Frage gestellt bekomme: "Aber welche Diät hilft denn nun wirklich?" bzw. "Welche von den vielen ist die Beste?"

mehr lesen